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Fußball Düsseldorfs Kult-Trainer Ristic wird 75

„Ende gut, Aleks gut“

Archivartikel

Düsseldorf.Er kam als Weihnachtsmann verkleidet zur Pressekonferenz, schenkte den Linienrichtern Pfefferminzbonbons und lief in Düsseldorf zu Klängen der heimischen Punkrockband Tote Hosen ins Stadion ein. „Hier kommt Alex“, schallte es im alten Rheinstadion, wenn Aleksandar Ristic seinen Platz einnahm. Der Fußball-Lehrer aus Sarajewo zählte zu den ungewöhnlichsten und lustigsten Typen seiner Branche, hatte Entertainer-Qualitäten und war mit viel Selbstbewusstsein ausgestattet.

„Mit Fortuna nicht abzusteigen, ist bessere Leistung, als mit Bayern Meister zu werden“, sagte der Bosnier gerne. Heute lebt Ristic, der am Freitag 75 Jahre alt wird, wieder in der Heimat in Dubrovnik, zurückgezogen vom Fußball in Deutschland. „Er genießt dort seinen Ruhestand“, sagte Aleks Spengler, der langjährige Zeugwart des Clubs, den Ristic 1990 für den Job auserkoren hatte.

Ristics Spielerkarriere in Deutschland begann 1974 mit einem großen Irrtum. Als er über seinen Berater von einem Angebot der Eintracht erfuhr, dachte er natürlich an Frankfurt. Erst die lange Autofahrt nach der Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen Richtung Braunschweig machte ihn stutzig.

Lehrmeister Ernst Happel

So landete Ristic als Spieler in der Bundesliga, später beim Hamburger SV, wo er den großen Ernst Happel kennen und schätzen lernte. Der Österreicher und zuvor Branko Zebec waren die Lehrmeister des Bosniers Ristic, der dann 1987 für 25 Jahre in Düsseldorf lebte und insgesamt dreimal als Chefcoach bei Fortuna anheuerte. Zweimal schaffte er mit den Rheinländern den Aufstieg und den anschließenden Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga.

Ristic war Kult in Düsseldorf, wo er insgesamt acht Jahre arbeitete und mit dem Club Höhen und Tiefen erlebte. Er war hartnäckig, dickköpfig und ließ sich nicht verbiegen. Auch mit Vereins-Präsidenten legte er sich an. Paul Jäger, langjähriger Geschäftsführer und Vorstand von Fortuna, hat dahingehend ebenfalls Erfahrungen mit Ristic gemacht. „Aber wir sind richtige Freunde geworden. Und einmal hat er mit erklärt: Jäger, eins musst du wissen, wichtigste Mann im Verein ist Trainer“. Und als er mit Düsseldorf den Klassenverbleib in der Bundesliga geschafft hat, stand er grinsend vor den Journalisten und sagte: „Ende gut, Aleks gut“.