Sport

Rudern Deutsches Team sehnt Europameisterschaft herbei

Endlich zurück aus dem Tal der Tränen

Archivartikel

Posen.Endlich wieder Wettkämpfe, endlich wieder Nervenkitzel. Für die deutschen Ruderer geht eine lange Zeit des Wartens zu Ende. Die EM an diesem Wochenende in Posen ist die erste und einzige internationale Regatta in diesem Jahr über die klassische Distanz von 2000 Metern. Nach der durch die Corona-Pandemie verursachten Verlegung der Olympischen Spiele von Tokio und der Absage der kompletten Weltcup-Saison sehnen alle Beteiligten die Bord-an-Bord-Kämpfe vom Freitag bis Sonntag auf dem Maltasee herbei.

Die Schinderei im Training der vergangenen Monate ohne die Aussicht auf Rennen, Siege und Medaillen hat den Ruderern einiges abverlangt. „Das setzt jeden Leistungssportler total an die Grenze der Frustrationstoleranz“, kommentierte Achter-Steuermann Martin Sauer. Ein Sieg bei der EM könnte nach Einschätzung des Berliners helfen, die Stimmung aufzubessern und mit neuem Schwung in die nächste Olympia-Vorbereitung zu gehen: „Jetzt wird sich zeigen, aus welchem Holz jeder von uns geschnitzt ist. Ob wir es schaffen, zusammen aus dem Tal der Tränen wieder hochzukommen.“

Nicht nur für die Crew aus dem Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) ist die EM laut Achter-Coach Uwe Bender „wie ein Schuss ins Blaue“. Schließlich lässt sich das Leistungsvermögen im internationalen Vergleich derzeit nur erahnen: „Das wird für mich auf jeden Fall die ungewöhnlichste Regatta. Niemand zuvor hat jemals solche Erfahrungen gemacht“, kommentierte Bender. Die Zusage des Termins durch den Weltverband FISA, die erst Mitte August kam, bezeichnete er als „riesige Erleichterung“: „Wir brauchen diesen einen Wettkampf.“

Starts in 19 Bootsklassen

Ungeachtet des Rätselratens über die eigene Stärke gab Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) mit Verweis auf vergangene Erfolge den Kurs vor: „Nach sieben EM- und drei WM-Titeln in Serie bleibt uns nichts anders übrig als zu sagen, wir wollen gewinnen. Diese Erwartungshaltung gehört seit Jahren zum Deutschland-Achter dazu.“ Als größter Konkurrent im nur fünf Boote umfassenden Teilnehmerfeld gilt der WM-Zweite Niederlande. Die traditionell ebenfalls hochgehandelten Briten sind jedoch nicht dabei. Insgesamt geht der DRV mit 63 Sportlerinnen und Sportlern in 19 Bootsklassen an den Start. 

Zum Thema