Sport

Allgemein Sportspiel-Symposium in Heidelberg: „Instruktion vs. Selbstregulation“

Erklären oder einfach mal spielen lassen

Archivartikel

Die Kommission Sportspiele der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) veranstaltet vom 13. bis 15. September ihr 11. Sportspiel-Symposium in Heidelberg. Örtlicher Ausrichter ist das Institut für Sport- und Sportwissenschaft der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Klaus Roth, Prof. Dr. Rüdiger Heim, Prof. Dr. Henning Plessner und Frederik Borkenhagen. Das Thema des diesjährigen Symposiums lautet „Instruktion vs. Selbstregulation im Sportspiel“.

Ein zentrales Anliegen der Sportspiel-Symposien besteht darin, eine Brücke zwischen den Anforderungen der Praxis und den theoretischen Perspektiven der Wissenschaft zu schlagen.

Wann braucht es Betreuung?

Diesmal geht es demzufolge unter anderem um diese Fragen: Wann braucht es ein Erklären und Verstehen des Spiels, wann sind die Akteurinnen und Akteure in der Lage, sich und das Spiel selbst zu regulieren? Diese Fragen kann man auf unterschiedlichste Aspekte eines Sportspiels beziehen, von der einfachen Vermittlung der Grundlagen des Spiels, der Förderung des taktischen Verhaltens bis zu der Organisation von Spielen und der Anwendung bzw. Durchsetzung von Regeln.

Das Sportspiel-Symposium, das ursprünglich auf eine Veranstaltungsreihe unter der Bezeichnung „Internationales Berliner Sportspiel-Symposium“ in den 1970er Jahren und letztmalig 1993 an der Freien Universität Berlin zurückgeht und das seinerzeit in den Räumlichkeiten der damaligen Führungs- und Verwaltungsakademie Berlin des Deutschen Sportbundes stattfand, wird auch in Heidelberg wieder in enger Kooperation mit der dvs-Kommission Fußball durchgeführt. Weitere Kooperationen bestehen mit dem BDFL (Bund Deutscher Fußball-Lehrer) sowie mit den Spitzenverbänden unter anderem im Volleyball, Handball und Basketball, die sich zum Beispiel mit Wissenschafts-Foren über Forschungsprojekte und Entwicklungen in ihrer Sportart einbringen.

Rolle des Schiedsrichters

Speziell zur Rolle des Schiedsrichters im Sportspiel wird es mit Bezug zum Tagungsthema eine Podiumsdiskussion geben. Für die Hauptvorträge beim 11. Sportspiel-Symposium konnten gewonnen werden: Prof. Dr. Ernst-Joachim Hossner (Universität Bern) mit dem Thema „Sport – Spiel – Forschung: Von Programmen zu Prädiktionen“, ferner Prof. Dr. Daniel Memmert (Deutsche Sporthochschule Köln) über das Thema „Mit Big Data zur Spielanalyse 4.0“ und Prof. Dr. Dr. Markus Raab (ebenfalls Deutsche Sporthochschule Köln) mit „SMART-ER: Was motorische Heuristiken zur Debatte Instruktion vs. Selbstregulation beitragen können“. Zum 11. Sportspiel-Symposium gehören auch wieder einige Praxis-Beiträge („Highspeed Ballschule – Ein Beitrag zur Intensivierung des sportspielübergreifenden Methodenkonzepts“) sowie zahlreiche Poster-Präsentationen (unter anderem mit dem Titel: „Schau mir in die Augen – Das Fixationsverhalten des Verteidigers im Basketball im Spiel Eins gegen Eins“). Bereits das erste Sport-Spielsymposium fand 1996 auf Initiative und unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Roth in Heidelberg statt; er scheidet aus Altersgründen jetzt aus dem akademischen Dienst am Institut für Sport und Sportwissenschaft in Heidelberg aus. dk