Sport

Fußball Europaweite Kooperation kritisiert Geisterspiele

Fans fordern UEFA zu Saison-Abbrüchen auf

Frankfurt.Pappkameraden als Fake-Fans, einsame Banner auf den Tribünen, halbherziger Jubel – richtig Fußball ist das nicht! Für Fans beginnt am Samstag die triste Zeit der Geisterspiele. Eingefleischte können sich mit dem Notbetrieb nicht anfreunden. Sie sehen bestenfalls die wirtschaftliche Notwendigkeit.

Am Mittwoch veröffentlichten die „United supporters of Europe“ einen Aufruf von hunderten Gruppierungen, unterzeichnet auch von 20 Ultra-Clubs aus Deutschland: „Wir bitten die UEFA und die nationalen Verbände ausdrücklich darum, den Stopp der Fußball-Wettbewerbe aufrechtzuerhalten, bis volle Stadien wieder ungefährlich für die öffentliche Gesundheit sind.“ Man verstehe nicht, wie wirtschaftliche Interessen über die Gesundheit gestellt werden.

Polizei und Politiker beschäftigt die Sorge, dass es vor Stadien oder in Städten zu Fan-Aufläufen kommt. Öffentliche Ankündigungen in diese Richtung gibt es allerdings nicht.

Massive Verstöße könnten sogar ein Spiel verhindern oder zum Abbruch bringen. „Das würde im konkreten Fall auf die Umstände ankommen, aber so weit will ich ehrlicherweise gar nicht gehen“, sagte Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball Liga, im ZDF. Er habe, und das betonte Seifert ausdrücklich, aus all den Gesprächen mit Fan-Kreisen „nicht den Eindruck, dass das tatsächlich eine Gefahr ist“.

Ultras wollen Regeln einhalten

Das Bündnis „Südtribüne Dortmund“ hat bereits zu Beginn der Pandemie für das Derby gegen den Schalke 04 angekündigt: „Auch wenn bei uns natürlich der Wunsch besteht, der Mannschaft beispielsweise durch einen Busempfang die größtmögliche Motivation für ein Derby vor leeren Rängen mit auf den Weg zu geben, werden wir uns NICHT vor dem Westfalenstadion versammeln.“ Ähnliche Stellungnahmen gab es auch von Fangruppen anderer Vereine. dpa

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