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Basketball Selbst eine hohe Niederlage gegen Kanada reicht, um den Sprung zum Olympia-Qualifikationsturnier perfekt zu machen

Finaler Charaktertest für DBB-Auswahl

Shanghai.Es rumorte in Dennis Schröder. Mit deutlichen Worten richtete sich der NBA-Star an seine Kritiker, schimpfte über den Rauswurf seines Entdeckers beim Heimatverein – und formulierte eine martialische Kampfansage für den WM-Showdown der deutschen Basketballer um den Olympia-Traum. „Jeder weiß, wie wichtig das ist“, betonte der 25 Jahre alte Anführer vor dem Duell mit Kanada zum WM-Finale der Platzierungsrunde am Montag (14 Uhr/Magentasport). „Ich glaube, jeder wird bereit sein, um in den Krieg zu ziehen.“

Zumindest der Sprung zu einem Olympia-Qualifikationsturnier dürfte aber keine große Hürde mehr sein. Als das Team am Sonntag bereits wieder vom Abendtraining Richtung Mannschaftshotel gefahren war, leistete die Konkurrenz Schützenhilfe. Selbst eine Niederlage mit bis zu 48 Punkten würde beim letzten Auftritt in China reichen, mit einem Sieg über Kanada wäre der Sprung zu einem von vier vorolympischen Qualiturnieren im nächsten Sommer ohnehin perfekt.

Schröder wehrt sich

Doch rechnen und Korbdifferenzen mit anderen Aspiranten vergleichen will kein Spieler. Auch angesichts des bleibenden Gesamteindrucks nach einem Turnier, das mit großen Ambitionen begann und durch das Vorrundenscheitern zum Fehlschlag der talentierten Generation um Schröder wurde. „Wir sind in einer Situation, in der es ums Überleben geht, um Kampf, um Stolz, Charakter zeigen“, sagte Kapitän Robin Benzing. „Ein Spiel müssen wir noch gewinnen – egal wie!“ Dafür braucht das Team wieder Schröder in der Form der zweiten Halbzeit gegen Senegal, als er 18 Punkte erzielte und seine Mitspieler immer wieder in Szene setzte. Ruhig, aber bestimmt sprach der Aufbauspieler nach seiner Glanzleistung. Dank 24 Punkten und zwölf Vorlagen trug er nach dem 89:78 über Außenseiter Senegal die Trophäe für den besten Spieler des Spiels vom Parkett. „Jetzt haben wir gewonnen, jetzt ist alles super. Wenn man verliert, wird dann immer alles kritisiert“, sagte er spöttisch.

Sein Auftritt vermittelte den Eindruck eines Sportlers, der Kritik zwar abperlen lassen will, sich aber von der Öffentlichkeit doch missverstanden und zu wenig wertgeschätzt fühlt. Zuletzt hatte beispielsweise Bayern Münchens Geschäftsführer Marko Pesic den NBA-Profi als besten Spieler bezeichnet, aber die Rolle des Anführers abgesprochen. „Ich stehe immer noch hier, spiele immer noch für mein Land, egal, ob sie mich kritisieren, komme mit meiner Familie hier her und investiere Zeit“, sagte Schröder. „Es ist alles für Deutschland. Ich mache das schon seit sechs Jahren, habe gar keine Freizeit im Sommer.“ Ob das auch in Zukunft so bleibt? Eine bindende Zusage gebe es nicht, so Schröder. Einmal in Fahrt geißelte er die Trennung des Bundesligisten Braunschweig von seinem Förderer Liviu Calin als „Schande“. dpa

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