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Fußball Vorstandschef Bernd Hoffmann steht beim Hamburger SV abermals schwer in der Kritik / Folgt am Samstag die Ablösung?

Führungskrise zur Unzeit

Hamburg.Mitten in der Corona-Pandemie steckt der Hamburger SV in einer schweren Führungskrise. Nach Monaten der Ruhe ist bei dem Zweitligisten ausgerechnet in dieser Ausnahmesituation ein Machtkampf im Vorstand ausgebrochen. Im Mittelpunkt – nicht das erste Mal: Vorstandschef Bernd Hoffmann.

Erst vor kurzem hatte der 57-Jährige wiederholt, dass er beim HSV „gerne in Rente gehen“ wolle. Nach den jüngsten Entwicklungen könnte es eine Frührente werden. Denn zwischen ihm und seinen Vorstandskollegen Jonas Boldt (Sport) und Frank Wettstein (Finanzen) geht angeblich nichts mehr. Schon am Samstag könnte der Aufsichtsrat Hoffmanns Aus beschließen.

Noch am Mittwoch hatte das Kontrollgremium der HSV-Fußball AG, vertreten durch den Vorsitzenden Max-Arnold Köttgen, dessen Stellvertreter Andreas Peters und Präsident Marcell Jansen, die drei zu Einzelgesprächen eingeladen. Es sollte ausgelotet werden, in welcher Konstellation eine Zusammenarbeit noch möglich ist: Laut „Hamburger Abendblatt“ gar nicht mehr. Boldt und Wettstein sollen signalisiert haben, dass sie mit Hoffmann nicht mehr können. Offizielle Stellungnahmen gab es nicht.

Vor allem Boldt und Hoffmann scheinen überkreuz zu liegen. „Mir war klar, dass wir ein Alphatier verpflichten, das immer eine eigene Meinung haben wird und diese auch vertritt. Und Jonas Boldt war klar, dass er mit mir hier nicht in einen diplomatischen Corps eintritt“, hatte Hoffmann vor Kurzem gesagt.

Vertrauen zerstört

Viele sehen sich an 2009 erinnert, als Hoffmann in seiner ersten Amtszeit als Vorstandschef Sportvorstand Dietmar Beiersdorfer schasste. 2011 war für ihn selbst Schluss – bis zu seiner Rückkehr im Mai 2018.

Konkrete Kritik wird von niemanden öffentlich genannt. Intern sollen dem selbst- und machtbewussten Vorstandschef Kompetenzüberschreitung und Alleingänge vorgeworfen werden. Das hat offensichtlich das Vertrauen in ihn zerstört.

Klaus-Michael Kühne drängt auf eine Ablösung. Hoffmann hatte seit seiner Rückkehr versucht, den Einfluss des Investors zurückzudrängen. Jetzt könnte Kühne als Hoffnungsträger gebraucht werden. Mit Geld-Infusionen könnte er helfen, sollte dem Club infolge des Coronavirus finanziell die Luft ausgehen.

Die Krise kommt nicht nur wegen Corona zur Unzeit. Lange herrschte beim HSV nach dem „überflüssigsten Nichtaufstieg der Fußball-Geschichte“ (Hoffmann) in der vergangenen Saison seltene Ruhe. Die verpflichteten Trainer Dieter Hecking und Sportvorstand Boldt arbeiten geräuschlos zusammen.

Sportlich ist der HSV als Dritter im Plan, der Aufstieg noch möglich – sollte die Saison zu Ende gespielt werden. Die Aufregung um die angebliche falsche Identität von Spieler Bakery Jatta moderierten die Verantwortlichen souverän. Auch finanziell schien zuletzt Vernunft eingezogen zu sein. dpa

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