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Gebündelte Kräfte

Archivartikel

Auf den ersten Blick erscheint die Nicht-Nominierung von Emanuel Buchmann für die Tour de France 2021 als Rückversetzung der aktuell größten deutschen Rundfahrt-Hoffnung ins zweite Glied. Doch wer genauer hinsieht, wird feststellen, dass dahinter ein Plan steht, der in diesem Jahr durchaus Sinn macht.

Schließlich hatte der Bora-hansgrohe-Rennstall in Frankreich schon immer ein Luxus-Problem: Dem extrovertierten Sprint-Star Peter Sagan mussten für werbewirksame Tagessiege immer mindestens ebenso viele Helfer an die Seite gestellt werden wie Kletterkönig Buchmann, der den Blick naturgemäß eher aufs Gesamtklassement richtet. Bei nur noch acht Fahrern pro Mannschaft hatte das oft zur Folge, dass Buchmann selbst in Top-Form auf den entscheidenden Etappen im Hochgebirge zu oft und zu früh auf sich alleine gestellt war und wertvolle Körner Richtung Podium verlor. Deshalb ist es angesichts des besonderen Tour-Profils bei deren 108. Auflage nur logisch, die Kräfte dort für die schnellen Leute wie Sagan oder Pascal Ackermann zu bündeln und Neuzugang Wilco Keldermann den Freifahrtschein in den Bergen zu geben, während Buchmann ab Ende Mai die zu erwartenden Kletterpartien in Italien dann ebenfalls mit geballter Unterstützung angehen kann.

Schließlich fehlt dem 28-Jährigen bisher noch ein Podiumsplatz bei einer der drei großen Rundfahrten. Klappt es bei der Premiere in Italien, könnte er 2022 dann die alleinige Kapitänsrolle für die prestigeträchtige Tour de France beanspruchen.

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