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Gelb hat Vorfahrt

Archivartikel

Auch wenn es am Ende mit einem Platz auf dem Podium nicht geklappt hat – der vierte Platz von Emanuel Buchmann bei der Tour de France 2019 ist gar nicht hoch genug zu bewerten. Zum einen für den in der breiten Öffentlichkeit lange unterschätzten Ravensburger selbst, zum anderen aber auch in der Bedeutung für den deutschen Radsport. Zwar sind Etappensiege beim größten Radrennen der Welt, wie sie Marcel Kittel oder André Greipel in der Vergangenheit in Serie abgeliefert haben, eine feine Sache, doch das ganz große Faszinosum der traditionsreichen Tour geht eben doch vom Kampf um das Gelbe Trikot aus. Dabei spielten deutsche Profis 13 lange Jahre überhaupt keine Rolle mehr, der famose Auftritt Buchmanns könnte hier eine Zeitenwende eingeläutet haben.

Und wer beobachtet hat, wie stetig sich der 26-Jährige in den vergangenen Jahren gesteigert hat, darf sicher sein, dass der neue Stern am deutschen Radsport-Himmel die entsprechende Motivation aus der Tour 2019 ziehen dürfte. Steigerungspotenzial ist auf jeden Fall noch da, nun wird sich allerdings auch sein Team Gedanken machen müssen, ob es in Zukunft nicht noch stärker die Karte Buchmann spielen soll.

Derzeit leistet sich Bora-hansgrohe noch den Luxus, mit Peter Sagan einen weiteren Ausnahmefahrer zu beschäftigen, der gerade zum siebten Mal das Grüne Trikot des besten Sprinters gewonnen hat. Irgendwann wird sich allerdings die Frage stellen: Gelb oder Grün? Und die sollte für ein deutsches Team relativ schnell beantwortet sein.

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