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Fußball Miese Stimmung bei den Franzosen

Generalprobegeht daneben

Lyon/Istra.Zur Einstimmung auf den großen Traum kam sogar Weltmeister-Coach Aimé Jacquet vorbei, doch die WM-Euphorie war bei der so hoch gehandelten Equipe tricolore schnell wieder verflogen. Mit einigen Sorgen im Gepäck reiste Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps am Sonntag mit seinem Team nach Russland zur Fußball-WM. „Ich hätte lieber 5:0 gewonnen. Es hat mir nicht gefallen, dass wir Schwierigkeiten hatten“, sagte der Kapitän der Weltmeister-Mannschaft von 1998 nach dem ernüchternden 1:1 (0:1) gegen die nicht für die Endrunde qualifizierte Mannschaft der USA in Lyon.

Eine uninspirierte Offensive und eine wacklige Abwehr, dazu patzte auch noch Kapitän und Torhüter Hugo Lloris beim Gegentreffer. Die Generalprobe ging gehörig daneben, dabei hatte Frankreich nach dem stimmungsvollen 3:1 gegen Italien gerade erst wieder begonnen, vom zweiten WM-Titel zu träumen. „Uns bleibt noch eine Woche, um die Perfektion zu erreichen. Ich bin sehr zuversichtlich“, behauptete Superstar Antoine Griezmann.

Große WM-Ziele

Der Europa-League-Sieger betonte wie auch Trainer Deschamps, dass die Frische gefehlt habe. An der Explosivität und der Schnelligkeit soll nun in den nächsten Tagen im idyllischen WM-Quartier in Istra vor den Toren Moskaus gearbeitet werden, bevor der Mitfavorit am nächsten Samstag gegen Australien ins Turnier startet. Die Ziele sind groß beim EM-Zweiten, das hatte Staatschef Emanuel Macron unter der Woche bei seinem Besuch den hochveranlagten Spielern noch einmal verdeutlicht: „Ein Wettkampf ist dann gelungen, wenn er gewonnen wird.“

Bis dahin ist es noch weit. Die gut zweiwöchige Vorbereitung weckte nicht nur Hoffnungen, sie brachte auch viele Diskussionen um die Chefrolle im Team. 104-Millionen-Mann Paul Pogba beanspruchte diesen Part verbal für sich, auf dem Platz blieb er aber vieles schuldig. „Wir brauchen Paul in Topform“, sagte Deschamps wohlwissend, dass es im Team an Führungspersönlichkeiten mangelt. dpa