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Leichtathletik 27-Jährige jubelt über Bronze im Hindernis-Rennen bei der WM in Doha / Hoffen auf Initialzündung

Gesa Krause holt erste Medaille

Archivartikel

Doha.Gesa Krause nahm am letzten Wassergraben endgültig Kurs auf eine Medaille und jubelte im Ziel mit strahlenden Augen. Bronze! Die 27 Jahre alte Europameisterin über 3000 Meter Hindernis hat bei der Weltmeisterschaft in Doha das erhoffte Edelmetall erobert – in deutscher Rekordzeit. Vier Jahre nach ihrem Bronze-Gewinn in Peking landete die Leichtathletin vom Verein Silvesterlauf Trier erneut einen Coup.

„Ich bin überglücklich. Ich kann es nicht in Worte fassen. Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagte Krause im ZDF-Interview. „Ich danke vor allem meinem Trainer, das ist unglaublich.“

Beim Diamond-League-Finale Ende August in Zürich hatte Krause ihren deutschen Rekord auf 9:07,51 Minuten verbessert. Im klimatisierten Khalifa-Stadion von Katars Hauptstadt rannte sie beim Saisonhöhepunkt dann ganz starke 9:03,30 – das reichte, um ihren Traum wahr werden zu lassen.

Rennen klug eingeteilt

Weltrekordlerin Beatrice Chepkoech lief ein einsames Rennen an der Spitze und siegte am Ende in 8:57,84 Minuten vor der Amerikanerin Emma Coburn (9:02,35). Krause lief ganz klug hinter einer Sechsergruppe und überholte am Ende eine Konkurrentin nach der anderen. „Ich habe heute wirklich alles aus mir herausgeholt.“

Auf der Tribüne vergoss ihr Trainer Wolfgang Heinig Freudentränen. „Das kann man nicht beschreiben. Das ist die Arbeit von einem Jahr, der letzten zehn Jahre. Das zeigt uns, dass wir richtig arbeiten“, sagte er und kündigte schon mal eine Feier an: „Mit Sicherheit sollte man mich gegen Mitternacht heute nicht interviewen.“ Diesmal hatte Krause nicht so viel Pech wie 2017 in London, als sie unverschuldet in einen Sturz verwickelt wurde, sich noch einmal aufrappelte und als Neunte über die Ziellinie rannte. Für ihren Kampfgeist bekam sie danach unter anderem den „Sparkassenpreis für Vorbilder im Sport“.

Diesmal ging sie nicht leer aus. Krause hatte so viel in ihren Sport investiert wie noch nie und war nach dem Vorlauf „guten Mutes“ für das Finale. Die Olympia-Sechste hatte nach ihrem EM-Triumph 2018 in Berlin bereits angefangen, eine Grundlage für die Sommerspiele 2020 in Tokio zu legen.

Sie trainierte in der Höhe von Davos, Kenia, Äthiopien, Arizona und zuletzt wieder in Südafrika. „Ich hatte seit Oktober keinen trainingsfreien Tag mehr, ich war nie länger als drei, vier Wochen in Deutschland, also auf See-Level.“ Am Ende einer langen Saison wurde Krause für diese Schinderei mit Edelmetall belohnt.

Rang acht für Martin Wierig

Diskuswerfer Martin Wierig hat das WM-Finale als Achter beendet. Der 32 Jahre alte Magdeburger warf 64,98 Meter weit. Neuer Weltmeister wurde der Schwede Daniel Stahl mit 67,59 Meter vor Fedrick Dacres aus Jamaika, der auf 66,94 Meter kam. Der Österreicher Lukas Weisshaidinger wurde mit 66,82 Meter Dritter.

Im Hochsprung gewann die unter neutraler Flagge startende Russin Marija Lasizkene mit 2,04 Meter vor Jaroslawa Mahutschich aus der Ukraine, die ebenfalls die Höhe mit mehr Fehlversuchen meisterte. WM-Bronze ging an die US-Amerikanerin Vashti Cunningham mit 2,00 Meter. Die zweimalige deutschen Hallen-Meisterin Imke Onnen aus Hannover erreichte mit 1,89 Meter den neunten Platz.

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