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Fußball Leipzig fühlt sich nach 1:1 gegen Monaco konkurrenzfähig

Gewogen und für schwer genug befunden

Leipzig.Die Gefühlswelten bei Timo Werner und Co. waren nach der historischen Champions-League-Nacht komplett durcheinander. Vom "mulmigen Gefühl" des Kapitäns Willi Orban über die weichen Knie von Werner bis hin zur Einschätzung von Yussuf Poulsen, der von einem Superspiel sprach, war alles dabei. Der Ärger über die verpasste Möglichkeit, einen Vorjahres-Halbfinalisten in der Königsklasse zu bezwingen, überwog aber im Team von Trainer Ralph Hasenhüttl.

"Ein bisschen enttäuscht sind wir. Es war nicht unser bestes Spiel und Monaco schlagbar", sagte Nationalstürmer Werner. Diese kleine Portion Frust soll bei allem Stolz über die bestandene Feuertaufe schon am Samstag (18.30 Uhr) in der Fußball-Bundesliga Borussia Mönchengladbach zu spüren bekommen. Denn die Sachsen wissen nach ihrer würdigen Premiere in der Königsklasse auch: "Wir können mithalten", wie Werner befand. Bei der Hymne seien seine "Knie weich geworden". Seinen Mitspielern merkte man das in der ersten Hälfte an: "Da waren viele wacklige Beine dabei."

Dennoch lief es gut an. Die Fakten sprachen für Leipzig: 57 Prozent Ballbesitz, 418 angekommene Pässe (Monaco 225). Nur in der Zweikampfquote waren die erfahrenen Gäste, deren Startelf auf 153 CL-Einsätze kam (Leipzig mit sechs von Forsberg), knapp vorne.

Nur 3039 Tage nach der Vereinsgründung schoss Emil Forsberg nach 33 Minuten den Premierentreffer. "Das erste Champions-League-Tor für Leipzig zu schießen, ist etwas Besonderes und macht mich sehr stolz. Leider haben wir direkt im Gegenzug den Ausgleich bekommen", sagte der schwedische Nationalspieler. Der Jubel war noch nicht abgeklungen, da glich Youri Tielemans aus.

Und dennoch: Die Sachsen zeigten, dass mit dem Debütanten auch im Konzert der Großen zu rechnen ist. Die französische "L'Equipe" sprach von einem "wertvollen Punkt" für die Monegassen. Der TV-Sender "BFMTV" bemerkte: "Monaco geriet in Leipzig ins Schleudern." Und künftig dürfte die Nervosität wohl keine große Rolle mehr spielen.

Ehrfurcht vor Gegnern kennen die Sachsen ohnehin nicht. RB ist immer in der Lage, sich jedem Kontrahenten anzupassen und diesen vor Probleme zu stellen. Klar ist aber auch: Auf Champions-League-Niveau werden Fehler wie beim Ausgleich gnadenlos bestraft. "Das darf uns so nicht passieren", gab Abwehrchef Orban zu. dpa