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Leichtathletik Wie geht es nach 5000-Meter-Bronze weiter?

Glückliche Klosterhalfen

Archivartikel

Doha.Sogar die Deutschland-Fahne, die Konstanze Klosterhalfen nach dem Rennen schützend um sich hüllte, hatte ein paar Blutflecken. Fragen über Fragen prasselten auf die zierliche Läuferin nach ihrem dritten Platz im 5000-Meter-Finale nieder. Die Wunde am Knie und die Kratzer von den Spikes der Konkurrentinnen beachtete sie nicht, sondern schaute mit großen Augen in die Kameras. „Ich weiß noch gar nicht, wie ich mich fühlen soll“, sagte die 22-Jährige.

Am Ende einer Woche, wo sie im Zusammenhang mit der Doping-Sperre für Alberto Salazar, dem Starcoach des Nike Oregon Projects, in den Schlagzeilen stand, lieferte Klosterhalfen ein großartiges Rennen. Es war die erste Medaille einer Deutschen überhaupt auf dieser Strecke bei einer WM oder Olympischen Spielen. Mit der schwarz-rot-goldenen Fahne hüpfte sie über die Bahn im Khalifa-Stadion und rannte zu den Zuschauerrängen, wo ihre Eltern standen – und Oliver Mintzlaff: Der Sportvorstand des Bundesligisten RB Leipzig und frühere Leichtathlet gilt als der starke Mann im Beraterteam der Ausnahmeläuferin.

Gute Beratung jetzt nötig

Gute Beratung, das wird Klosterhalfen nun brauchen: Will sie, dass der Salazar-Skandal wie Pech und Schwefel immer an ihren Erfolgen klebt? Will sie wirklich weiter in Oregon trainieren? Will sie wirklich einem Projekt angehören, von dem Travis Tygart, der Chef der US-Anti-Doping-Agentur, sagte: „Die Athleten waren Versuchstiere, so muss man es sagen.“

Natürlich bezogen sich die Ermittlungen der USADA auf die Zeit zwischen 2010 und 2014, lange bevor sich Klosterhalfen im Herbst 2018 nach Portland aufmachte. Darauf verwies die WM-Dritte erneut. „Ich weiß, dass es keine Athleten aus unserer Truppe betrifft, und mein Trainer heißt Pete Julian.“ Julian war allerdings Salazars Assistent.

Das Nike Oregon Projekt hat schon lange einen zweifelhaften Ruf. Die Amerikanerin Jenny Simpson, Ex-Weltmeisterin über 1500 Meter, hatte nach der Verkündung der vierjährigen Sperre für Salazar und Teamarzt Jeffrey Brown gesagt: „Jeder, der jetzt schockiert ist, ist nicht in diesen Sport involviert.“ dpa

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