Sport

Boxen WM-Verteidigung vor Millionen-Publikum

Große Bühne für Bösel

Archivartikel

Magdeburg.Sein Idol Henry Maske wird am Ring sitzen, die ARD erstmals seit sechs Jahren wieder einen WM-Kampf zeigen: Für seine erste Titelverteidigung tritt Weltmeister Dominic Bösel auf die ganz große Bühne. „Das ist für mich die Chance, national gesehen zu werden und Boxen wieder zu einem großen Sport zu machen. Wir müssen abliefern“, sagte Bösel vor dem Duell mit Robin Krasniqi am Samstag (23.15 Uhr) in Magdeburg. Gut 2000 Fans dürfen in der Getec-Arena dabei sein.

Für den 30-jährigen IBO-Weltmeister und Interims-Champion der WBA geht es um mehr als die Titelverteidigung. Der ähnlich wie einst Maske strategisch und klug boxende Bösel will einem erhofften Millionen-Publikum beweisen, dass das deutsche Boxen noch lebt. Und so wagt der vom Naturell her eher zurückhaltende Mann aus der Sektstadt Freyburg eine für ihn seltene Ansage: „Ich bin sehr optimistisch, dass der Kampf vorzeitig vorbei ist.“

Eigene Arroganz ein großer Gegner

Bisher verließ Bösel in 31 Kämpfen den Ring nur einmal als Verlierer. Gegen Karo Murat war er 2017 an der eigenen Arroganz gescheitert, hatte seinen Gegner unterschätzt. Daraus hat Bösel gelernt. Perfekt boxt er dennoch nicht – findet zumindest Maske. „Er muss seine Pausen, die er sich nimmt, besser überspielen, um ein ganzheitliches Bild abzugeben“, sagte der Ex-Weltmeister und Olympiasieger und lobte: „Er ist technisch sehr gut und ist vor allem ein wacher Boxer. Das spricht für ihn.“

Für Krasniqi hat Bösel zwangsläufig die längste Vorbereitung seines Lebens hinter sich gebracht. Er war bereits im März topfit, als wenige Tage vor dem Duell mit Zac Dunn das Coronavirus alles stoppte. „Jetzt wird es Zeit, dass ich in den Ring darf“, sagte Bösel. Krasniqi sollte mit seinem bisweilen unorthodoxen Stil keine große Hürde darstellen. 

Zum Thema