Sport

Olympia Funktionäre zeigen sich verärgert und beleidigt

Große Wut in Russland

Moskau.„Große Nationen fahren nicht inkognito zu Olympia!“ – so reagierte der russische Senator Franz Klinzewitsch auf den Ausschluss seines Landes von den Olympischen Winterspielen in Südkorea. Nicht Russland als Mannschaft, nur einzelne, nachweislich nicht belastete Sportler sollen in Pyeongchang unter der olympischen Flagge antreten dürfen. Der als Scharfmacher bekannte Außenpolitiker Klinzewitsch sah dadurch nicht nur den Zusammenhalt der Sportwelt, sondern gleich die internationale Sicherheit bedroht.

Boykott! Rücktritt von IOC-Chef Thomas Bach! Keine Beweise! – ärgerliche Äußerungen schwirrten in Moskau nach dem Spruch des Internationalen Olympischen Komitees wild durcheinander. „Diese Entscheidung kann und sollte man anfechten, denn sie bestimmt über das Schicksal einer ganzen Generation von Sportlern und Trainern“, sagte Curling-Verbandschef Dmitri Swischtschew.

Keine Olympia-Übertragung im TV?

Die staatlichen Fernsehsender in Russland wollen die Winterspiele nicht übertragen. Das teilte die Pressestelle der TV-Holding WGTRK mit. Die Aufarbeitung des russischen Dopings bei den Winterspielen in Sotschi 2014 trifft diesmal nicht die Athleten, sondern voll die Funktionäre, die politische Ebene. Trotzdem setzt der IOC-Beschluss auch die Sportler unter Druck. In einem autoritären Land wie Russland mit einer aufgeheizten patriotischen Stimmung ist es nicht einfach zu sagen: Ich fahre auch ohne Flagge und Hymne nach Südkorea. Die Sportler sollten sich am 12. Dezember versammeln und entscheiden, forderte der Abgeordnete Michail Degtarjow, Vorsitzender im Sport-Ausschuss der Duma.

Moskau hat die Existenz eines Doping-Systems immer abgestritten. Es gehe um Einzelfälle – doch Russland verweigerte auch die vereinbarte Anerkennung der McLaren-Berichte. dpa