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Reiten Mehrere Stationen der Hallen-Serie schon abgesagt

Großes Zittern um Weltcup

Archivartikel

Berlin.Die Zahlen sind für die Springreiter beängstigend. Mehr als die Hälfte der Weltcup-Turniere der Westeuropa-Liga wird in diesem Jahr nicht stattfinden – mindestens. Nach der Komplett-Absage der US-Liga ist ungewiss, ob und in welcher Form die Serie in Westeuropa stattfinden kann. „In den anderen Ligen ist fast alles abgesagt, weil da gar nichts geht“, sagte Soenke Lauterbach, Generalsekretär des deutschen Verbandes FN. „Gefühlt kommt jede Woche eine Absage, es wird immer enger.“

An diesem Wochenende sollte die sportlich stärkste und wichtigste Liga in Oslo beginnen. Doch aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie fällt das Turnier ebenso aus wie jene in Helsinki, Madrid, Stuttgart und London. Ob es tatsächlich am 1. November in Lyon ein erstes Weltcup-Springen gibt?

„Es ist alles noch unsicher“, sagte FN-Sportchef Dennis Peiler. „Es wird keine echte Saison, sondern ein Flickenteppich.“ Auch Verona, Mechelen und La Coruña wollen nach derzeitigem Stand noch in diesem Jahr die Reiter mit ihren Pferden um Weltcup-Punkte und Geld springen lassen. Ebenso wie der Veranstalter der Januar-Etappe in Leipzig.

Leipzig will Turnier ausrichten

Hallen-Veranstaltungen wie die Weltcups sind in Corona-Zeiten besonders schwer zu finanzieren. Einzelne Veranstalter wollen trotzdem versuchen, Turniere mit deutlich reduziertem Publikum auf die Beine zu stellen. „Die größte Herausforderung ist die Anpassung an die Hygiene-Verordnungen“, erklärte der Leipzig-Organisator Volker Wulff: „Wir wissen ja nicht, wie sie sich bis Januar verändern.“ Dazu gebe es „weitere Fragezeichen wie die Reisefreiheit und Quarantäne-Regelungen – die Reiter kommen ja aus ganz Europa“.

Turnier-Organisator Wulff, dessen Agentur durch erzwungene Absagen finanziell angeschlagen ist, will die Weltcup-Station in Leipzig liebend gerne durchführen. Doch wenn keine Zuschauer erlaubt sein sollten, muss er absagen: „Dann würde es wirtschaftlich keinen Sinn machen.“

Das gilt auch für Göteborg, wo das Final-Turnier für Anfang April kommenden Jahres im Kalender steht. „Göteborg ist Feuer und Flamme, das Finale zu machen“, sagte Lauterbach. Der FN-Generalsekretär findet: „Am Ende ist ein Rumpf-Weltcup besser als gar nichts.“ Wie die Qualifikation der starken US-Reiter ohne Weltcup-Turniere erfolgen soll, ist derzeit noch völlig unklar.

Wirtschaftlich immer schwieriger

Nachdem in der Sommer-Saison bereits die hoch dotierte Global Champions League ausgefallen ist, wird es für die Spitzen-Reiter wirtschaftlich immer schwieriger. „Es geht natürlich auch um die Finanzierung des Sports“, sagte der FN-Sportchef zu den Auswirkungen der Weltcup-Absagen. „Eine stabile Wettkampfstruktur wäre für die Reiter wichtig“, erklärte Peiler und denkt dabei auch schon an die Olympischen Spiele, die nach der Verlegung im kommenden Sommer auf dem Plan stehen: „Der Weltcup ist auch wichtig für den Aufbau der Pferde.“ 

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