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Triathlon Patrick Lange, Jan Frodeno und Sebastian Kienle gelten am Samstag als Mitfavoriten beim Ironman auf Hawaii

Harter Kampf um die Krone

Kailua-Kona.Von wegen Aloha im Südseeparadies: Patrick Lange und seine deutschen Top-Herausforderer Jan Frodeno und Sebastian Kienle sind bereit für den erbarmungslosen Kampf um die Ironman-Krone. „Kona ist das Rennen, für das ich gemacht bin“, sagt Titelverteidiger Lange und will nach seinen denkwürdigen Triumphen 2017 und 2018 nun auch den Hattrick auf Hawaii schaffen. Im Weg stehen dem aber nicht nur unerbittliche 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen, sondern allen voran auch die beiden deutschen Ex-Champions. „Es gibt keine Ausreden“, betont Frodeno, Sieger von 2015 und 2016. „Es ist Zeit, die Erinnerungen aufzufrischen“, bekräftigt Kienle, Sieger von 2014.

Ein Donnerschlag in der Bucht von Kailua-Kona wird am Samstag um 6.25 Uhr Ortszeit das Rennen mit dem Start der Profi-Männer freigeben. Kurz danach geht es für die Frauen los, bei denen die Schweizerin Daniela Ryf als klare Favoriten auf ihren fünften Sieg in Serie gilt. Die Vorjahresdritte Anne Haug und Laura Philipp könnten aber auch hier für deutschen Medaillenglanz sorgen. Wissens- und Bemerkenswertes zur Ironman-WM:

Ho’o Mumuku

Klingt nur putzig. Gemeint sind die böigen Winde, die den Teilnehmern das Radfahren besonders schwer machen. Zum einen als Gegenwind, zum anderen, wenn sie von der Seite auf die Strecke wehen. Dann kann es gefährlich werden. Höchste Radbeherrschung ist gefragt. Scheibenräder sind verboten, sie würden eine zu große Angriffsfläche bieten.

Exklusiv

Viele wollen einmal dort starten, nicht jedem ist es vergönnt. Wer bei der WM auf Hawaii dabei sein will, muss sich qualifizieren. Das gilt für die Profis ebenso wie in erster Linie auch für die sogenannten Altersklassenathleten. Früher konnten Punkte gesammelt werden, mittlerweile geht es nach Platzierungen bei den anderen Ironman-Rennen weltweit. Bei den Profis muss meist der Sieg her. Die ersten drei des Vorjahres müssen einen Ironman im WM-Jahr lediglich finishen. Bei den Nicht-Profis wird eine bestimmte Anzahl an Startplätzen pro Altersklasse bei den Ironman-Rennen vergeben. Weil manchen der Trip zu teuer ist, verzichten sie und der Nächstplatzierte bekommt die Chance.

Kosten

Günstig ist eine WM-Teilnahme nicht. Bei den Altersklassenathleten wird per se eine Startgebühr von knapp 1000 Euro fällig. Dazu kommen Flug- und Unterkunft. Und weil das Klima auf Hawaii für den größten Teil der Starter gewöhnungsbedürftig ist, brauchen sie mehr Zeit zur Akklimatisierung. Mehrere Tausend Euro kann die Quälerei im Urlaubsparadies schon kosten. Nicht zu vergessen, dass auf dem Weg dorthin bereits einiges investiert wurde für andere Rennen, Ausrüstung und Trainingslager.

Kult

Sie gehören dazu wie die Bilder von Meeresschildkröten und Delfinen von den vielen Teilnehmern in den sozialen Netzwerken: Die Parade der Nationen und der Unterhosen-Lauf.

Kuchen

Sie ist seit acht distanzübergreifenden Rennen ungeschlagen, herausragend auf der halben Ironman-Distanz und zählt zu den deutschen Medaillen-Hoffnungen im Frauen-Rennen: Laura Philipp vom Soprema Team des TSV Mannheim. Die 32-Jährige hat eine Angewohnheit: Sie isst jeden Tag ein Stück Kuchen.

Körperfett

Wer sich unter den Eisenmännern muskelbepackte Kraftpakete vorstellt, wird sich wundern. Ein Beispiel: Jan Frodeno wiegt bei 1,94 Metern Körpergröße 76 Kilogramm. Körperfettanteil: fünf Prozent.

Eis

Auf dem Rad kühlt immerhin der Fahrtwind, richtig hart wird es beim Laufen – zur Mittags- und Nachmittagszeit, wenn die Sonne bei blauem Himmel womöglich so richtig einheizt. Über 70 Prozent Luftfeuchtigkeit, dazu über 30 Grad. Die Athleten müssen versuchen, ihre Körper bei den Extrembedingungen permanent zu kühlen. Schwämme und Eiswürfel in Massen liegen bereit. dpa

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