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Radsport Erster Deutscher in Punktewertung beim Giro ganz vorn

Historische Leistung von Pascal Ackermann

Archivartikel

Verona.Mit dem Lila Trikot auf seinen Schultern winkte Pascal Ackermann glücklich ins Publikum, nachdem die dreiwöchige Reise durch Italien in der Arena von Verona ihr erfolgreiches Ende gefunden hatte. „Es war ein weiter Weg bis hierher. Es ist befreiend, dass ich hier angekommen bin“, sagte der deutsche Meister nach seinem starken Debüt beim Giro d’Italia.

Als erster deutscher Radprofi gewann Ackermann die Punktewertung der Italien-Rundfahrt. Das Trikot stellte der 25-Jährige in der Wertigkeit noch über seine zwei Etappensiege. Eine historische Leistung, vollendet an einem historischen Ort. „Es waren besondere Momente. Das Schlimmste war natürlich der Sturz“, sagte Ackermann rückblickend. Auf der 10. Etappe kam er zu Fall. Der Mann aus Kandel bei Karlsruhe verlor dadurch auch zwischenzeitlich das Trikot. Den Rückschlag verkraftete er aber. Sowohl körperlich, die meisten Wunden waren in Verona bereits verheilt. Auch mental hielt er stand, holte sich das Trikot in der vergangenen Woche wieder zurück.

Tour-Start muss warten

„Jetzt freue ich mich erst einmal über den Urlaub“, meinte Ackermann. Die nächsten Rennen sind die Slowenien-Rundfahrt (19. bis 23. Juni) und die deutschen Meisterschaften (30. Juni). Dort ist er Titelverteidiger. Einen Start bei der Tour de France noch in diesem Jahr schloss er aus. Für die nächsten Jahre ist dies aber ein Ziel. „Die Tour ist ein Traum“, sagte er.

Nach dem Erfolg in der Punktewertung gab der Sieger des Ein-Tagesrennes Eschborn – Frankfurt zu: „Ich war nervöser als sonst, ich musste auf Nummer sicher fahren und im Zeitlimit bleiben. Aber jetzt bin ich sehr, sehr glücklich.“

Vor Ackermann waren unter anderem der Mannheimer Rudi Altig (bei der Tour de France und der Spanienrundfahrt Vuelta) Sieger der Punktewertung. Dietrich Thurau (Vuelta) und Erik Zabel (Tour und Vuelta) fuhren ebenfalls Erfolge in dieser Sonderwertung ein. Als letzter deutscher Gewinner der Punktewertung bei einer Großen Rundfahrt trug sich John Degenkolb 2014 bei der Vuelta in die Geschichtsbücher ein. dpa/red