Sport

Sportpolitik Trotz Hinrichtung eines Ringers kein Olympia-Bann

IOC spricht sich gegen Ausschluss Irans aus

Lausanne.Der Iran muss den vielfach geforderten Ausschluss von den Olympischen Spielen als Folge der Hinrichtung des Ringers Navid Afkar nicht befürchten. In einer Stellungnahme teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit, dass es einen solchen Bann aus Rücksicht auf die Sportler des Landes nicht anstrebt.

„Der Ausschluss eines NOKs von den Olympischen Spielen würde die Athleten dieses Landes bestrafen, nur weil sie unter einem bestimmten politischen oder rechtlichen System leben“, hieß es in der Mitteilung. Dies gelte umso mehr, als dass das iranische Nationale Olympische Komitee (NOK) die Bemühungen des IOC um eine Lösung des Falls Afkari unterstützt habe. Zudem habe IOC-Präsident Thomas Bach Briefe an Irans Obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei und an den Präsidenten Hassan Rouhani geschrieben, „in denen er um Gnade für Navid Afkari bat und gleichzeitig die Souveränität der Islamischen Republik Iran respektierte“.

Als zivile und nicht-staatliche Organisation habe das IOC weder den Auftrag noch die Fähigkeit, „die Gesetze oder das politische System eines souveränen Landes zu ändern. Dies ist die legitime Rolle der Regierungen und der jeweiligen zwischenstaatlichen Organisationen.“

Ähnlich hatte sich IOC-Vizepräsident John Coates geäußert. „Die Schwierigkeit für uns ist, dass sich diese Hinrichtung nicht auf ein Sportereignis bezog“, zitierte die Zeitung „The Sydney Morning Herald“ den Australier. Die andere Schwierigkeit bestehe darin, „dass es wahrscheinlich 50 Nationale Olympischen Komitees gibt, die aus Ländern kommen, in denen noch die Todesstrafe gilt“. Coates ist auch Präsident des Internationalen Sportgerichtshofs CAS.

Kritik von Athleten-Vereinigung

„Das Internationale Olympische Komitee und die Weltverbände müssen das iranische Regime mit sofortiger Wirkung vom internationalen Sportsystem ausschließen. Die Tatenlosigkeit des IOC ist inakzeptabel“, forderte hingegen Maximilian Klein, Beauftragter für internationale Sportpolitik bei Athleten Deutschland. „Die Sanktionen müssen sich gegen das Regime und die politische Führung richten. Auch das iranische olympische Komitee muss vom IOC suspendiert werden.“ 

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