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Triathlon EM-Sieg in Frankfurt vor Sebastian Kienle und Franz Löschke / Drama im Frauen-Rennen, die deutlich führende Sarah True bricht kurz vor dem Ziel zusammen

Jan Frodeno triumphiert in der Hitzeschlacht

Archivartikel

Frankfurt.Eisenmann Jan Frodeno hatte nach seinem dritten EM-Triumph ganz weiche Knie. Im Ziel vor dem Frankfurter Römer sank der Triathlon-Triumphator völlig ausgelaugt zu Boden und konnte auch den innigen Siegerkuss seiner Ehefrau Emma kaum genießen. „Das war eines meiner schönsten Rennen, aber am Ende auch ein wirklich harter Kampf“, sagte der von den Strapazen sichtlich gezeichnete Frodeno nach seinem Sieg bei der Ironman-Hitzeschlacht in der Main-Metropole. „Ich bin happy, aber auch total erschöpft.“

Ein Hitzedrama gab es beim Frauen-Rennen. Die deutlich in Führung liegende Amerikanerin Sarah True torkelte auf den letzten Kilometern und brach 1000 Meter vor dem Ziel völlig entkräftet zusammen. Sanitäter trugen die 37-Jährige von der Strecke und versorgten sie medizinisch. Den Sieg sicherte sich Skye Moench aus den USA, die Darmstädterin Daniela Bleymehl gab auf.

Auch Frodeno musste den Temperaturen von knapp 40 Grad Tribut zollen. Erst bei der Siegerehrung, die sein von einer Radpanne und heftigen Magen-Darm-Problemen ausgebremster Rivale Patrick Lange verpasste, konnte der zweimalige Ironman-Weltmeister wieder lächeln. „Dafür lohnt es sich aufzustehen“, sagte der 37-Jährige.

In der Zeit von 7:56:02 Stunden verwies Frodeno den dreimaligen Frankfurt-Sieger Sebastian Kienle um 3:59 Minuten klar auf Rang zwei und untermauerte mit dem dritten EM-Sieg nach 2015 und 2018 eindrucksvoll seine Ambitionen auf den WM-Triumph im Oktober auf Hawaii. Franz Löschke machte den Dreifachsieg der deutschen Triathleten nach 3,86 km Schwimmen, 185,5 km Radfahren und 42,195 km Laufen perfekt.

Lange verpasst Heimsieg

Es war der 14. deutsche Erfolg bei der 18. Auflage in Frankfurt, wo Doppel-Weltmeister Lange den erhofften ersten Sieg in seinem Heimrennen deutlich verpasste. Der 32 Jahre alte Hesse quälte sich fast 52 Minuten nach Frodeno, der ihn wie Kienle auf der Laufstrecke am Mainufer überrundete, als Elfter ins Ziel. „Es war nicht mein Tag“, sagte der Weltmeister von 2017 und 2018. „Ich musste von Beginn an kämpfen. Dann kamen auch noch Pech und gesundheitliche Probleme dazu. Deshalb bin ich ein bisschen stolz, dass ich das Ziel gesehen habe.“ Dadurch hat Lange immerhin seinen WM-Startplatz sicher.

Vorjahressieger Frodeno, der die WM im Vorjahr wegen einer Stressfraktur in der Hüfte verpasst hatte, setzte Lange bei seinem Comeback über die Ironman-Distanz beim Schwimmen sofort unter Druck und sich als Erster aufs Rad. Langes Rückstand betrug schon 1:37 Minuten. Kienle hielt sich im 25 Grad warmen Wasser für seine Verhältnisse sehr gut und kassierte nur 2:10 Minuten. Sein Pech: In der Wechselzone verletzte sich der 34-Jährige an der Ferse und musste vor dem Marathon behandelt werden. Ihm wurde ein Splitter entfernt. „Es hat richtig weh getan und relativ stark geblutet“, berichtete er. Im Radrennen ließ ein platter Vorderreifen nach etwa 110 Kilometern seine Siegträume endgültig platzen. Zu Beginn des Marathons lag er fast eine halbe Stunde hinter Frodeno. dpa