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Radsport Franzose gewinnt zweite Etappe der Tour de France in der roten Corona-Zone von Nizza / Emanuel Buchmann bleibt vom Sturzfestival verschont

Julian Alaphilippe trotzt allen Widrigkeiten

Archivartikel

Nizza.Von seinen Emotionen übermannt weinte Frankreichs Liebling Julian Alaphilippe nach dem großen Coup auf der berühmten Promenade des Anglais hemmungslos und zeigte mit dem Finger gen Himmel. „Diesen Sieg widme ich meinem Vater“, sagte der Superstar, der die Grande Nation bei der Tour de France nach einer turbulenten Ouvertüre mit Corona-Sorgen und einer Sturz-Orgie erstmals jubeln ließ. Es waren bewegende Momente für den Superstar, der erst vor gut zwei Monaten seinen Vater verloren hatte und nun mit seinem Sieg auf der zweiten Etappe in Nizza auch das Gelbe Trikot an sich riss. „Ein perfekter Tag“, fügte Alaphilippe hinzu.

Zu den Gewinnern des Auftakt-Wochenendes gehörte auch Deutschlands Radsport-Hoffnung Emanuel Buchmann, der ohne weitere Schrammen und ohne Zeitverlust bei der ersten Kletterpartie die Tücken an der Cote d’Azur meisterte. „Das hat sich gar nicht schlecht angefühlt. Ich konnte ganz gut mithalten. Bei 100 Prozent bin ich noch nicht, aber wenn ich mich weiter erhole, kann ich eine gute Form haben“, sagte Buchmann und ergänzte: „Das gibt wieder mehr Motivation. Auch die Hüfte hat gehalten. Ich denke, da kann man die Tour anders angehen, als ich vor einer Woche gedacht hätte.“

Gegen die Wucht von Alaphilippe hatte aber auch Buchmann nichts entgegen zu setzen. Der Held des Sonntags hatte elf Kilometer vor dem Ziel eine seiner unnachahmlichen Attacken gestartet und schließlich den Sprint einer dreiköpfigen Gruppe vor dem Schweizer Marc Hirschi aus dem deutschen Sunweb-Team und dem Briten Adam Yates gewonnen. Ähnlich hatte Alaphilippe vor einem Jahr auf der dritten Etappe triumphiert und anschließend 14 Mal das Gelbe Trikot getragen.

So erlebte die Tour einen spektakulären Start. Wegen der Corona-Pandemie hatten die Verantwortlichen die Maßnahmen noch einmal verschärft. Zuschauer – nur mit Maske – durften am Straßenrand stehen. Der Start- und Zielbereich wurde an den ersten beiden Tagen abgeriegelt, nachdem die Infektionszahlen zuletzt rapide angestiegen waren.

Zum Auftakt war es nach dem ersten Regen nach Wochen zu einem regelrechten Sturz-Chaos gekommen war. Auf dem „Glatteis des Sommers“ („L’Equipe“) waren massenhaft Fahrer zu Boden gegangen. Für John Degenkolb ist das Abenteuer nach einer Knieverletzung schon beendet. Trotz „unfassbarer Schmerzen“ quälte sich der 31-Jährige am Samstag ins Ziel, verpasste aber das Zeitlimit um einige Minuten. Und auch am Sonntag krachte es.

Am Montag geht es mit der dritten Etappe über 198 Kilometer von Nizza nach Sisteron fortgesetzt. Dort könnten die Sprinter eine Chance auf den Tagessieg erhalten. 

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