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Ski Nordisch Beim ersten Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf ist nur Seriensieger Ryoyu Kobayashi besser

Karl Geiger glänzt zum Auftakt

Archivartikel

Oberstdorf.Mit dem von Schwester Lucia überreichten silbernen Pokal kannten die Glücksgefühle von Karl Geiger keine Grenzen mehr. Der beste deutsche Skispringer ist mit einem zweiten Platz furios in die 68. Vierschanzentournee gestartet und wird nach der gemeisterten Heimprüfung in Oberstdorf zum ganz großen Herausforderer von Japans siegreichem Überflieger Ryoyu Kobayashi. „Ich bin mega mega happy, dass ihr so eine gute Stimmung gemacht habt und die Sprünge so gut geklappt haben“, rief Geiger den 25 500 Zuschauern durchs Stadionmikro zu. Über die kleine Schwester als Pokalfee sagte er freudig: „Sie ist ein Glücksbringer.“

Schon zuvor hatte der 26 Jahre alte Allgäuer lautstark seine ganze Freude hinaus gebrüllt und den zweiten Platz gefeiert wie einen Sieg. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Es waren zwei gute Sprünge und ich bin mega happy. Die Atmosphäre war der Hammer, es war wirklich brutal geil“, sagte der strahlende Geiger, der „einfach einen rausgehauen“ hat. Er sei zwar nervös gewesen, steckte dies mit starken Sprüngen auf 135 und 134 Meter aber viel besser weg als in den vergangenen Jahren, als er es in seiner Heimat nie unter die Top 10 schaffte.

Lautstark dröhnten die Ballermann-Songs beim Interview-Marathon des Deutschen – unterbrochen wurden sie nur für die japanische Hymne zu Ehren des 23 Jahre alten Kobayashis. Der Titelverteidiger (138 und 134 Meter) siegte am Sonntag in Oberstdorf souverän mit 9,2 Punkten Vorsprung und gewann damit nach seinem Vierfachtriumph aus dem Vorjahr schon wieder – als einer von vier Athleten hat er nun fünf Tournee-Springen in Serie gewonnen. Das gelang vor ihm nur Helmut Recknagel, Sven Hannawald sowie Kamil Stoch.

Bei der großen Party im ausverkauften Skisprung-Tempel, der fast geschlossen auf Geigers Seite stand, beendete der Lokalmatador seine Oberstdorf-Flaute und belohnte sich und seine Konstanz mit dem Podestplatz. „Wir sind definitiv zufrieden. Das ganze Team hat super gearbeitet. Der Karl hat zwei sehr gute Sprünge gemacht“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. Kobayashi, der schon in Garmisch-Partenkirchen alleiniger Sieg-Rekordhalter werden könnte, sagte: „Die Saison läuft immer besser für mich, darum habe ich schon etwas im Hinterkopf.“ Geiger bejubelte mit Zimmerkollege und Freund Markus Eisenbichler das fantastische Ergebnis, das ihm alle Chancen für den ersten deutschen Tournee-Gesamtsieg seit Hannawald 2002 offenhält.

Und auch der dreifache Weltmeister Eisenbichler ist pünktlich zum Saisonhöhepunkt wieder besser in Form. Nach ganz schwierigen Wochen mit vielen Rückschlägen und noch mehr Schimpfwörtern belegte der Bayer (134 und 123,5 Meter) den elften Platz, was ein Teilerfolg ist. Kobayashi warnte er im Namen seines Zimmerkollegen. „Er braucht sich keinen Fehler zu erlauben, dann kommt der Karl.“

Die DSV-Adler legten damit zum Auftakt im Oberallgäu eine mehr als ordentliche Grundlage für die weiteren drei Tournee-Wettbewerbe in Garmisch-Partenkirchen an Neujahr (14 Uhr/ZDF und Eurosport), Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) – auch wenn ein Traumstart mit einem Sieg wie zuletzt im Dezember 2015 erneut nicht gelungen ist. dpa

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