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Fußball München übernimmt mit Ausrufezeichen Platz eins / Uli Hoeneß will sich erst nach Liverpool-Partie zu Joachim Löw äußern

Klare Bayern-Botschaften

München.Als stille Genießer schritten Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng am Tag der starken Bayern-Botschaften aus der Münchner Fußball-Arena. So blieb es Uli Hoeneß vorbehalten, ein paar Meter entfernt im Hochgefühl des von Borussia Dortmund zurückeroberten „Platzes an der Sonne“ einen Münchner Donnerhall in Richtung des Bundestrainers anzusagen.

„Zu Jogi Löw werde ich mich nach dem Liverpool-Spiel mal äußern. Ich möchte die Ruhe, die wir uns jetzt hier erarbeitet haben, bis nach dem Spiel erhalten“, sagte der Präsident nach der 6:0-Torgala gegen einen wehrlosen VfL Wolfsburg. Der ersehnte Einzug ins Viertelfinale der Champions League ist in München dann doch noch wichtiger als jede Löw-Schelte. Trotzdem braut sich da noch ein Sturm zusammen beim wichtigsten Spieler-Lieferanten der deutschen Nationalmannschaft.

„Momentum auf unserer Seite“

Vor dem K.o.-Duell mit Jürgen Klopps Vorjahresfinalisten am Mittwoch (21 Uhr/Sky) schillert die Welt des FC Bayern wieder in schönsten Rot-Tönen. „Das Momentum haben wir auf unserer Seite“, tönte Joshua Kimmich. Nach 161 Tagen in der Jägerrolle lösten die zeitweise um neun Punkte distanzierten Bayern den BVB wieder an der Spitze ab.

Auf das 5:1 von Gladbach folgten sechs weitere Warnschüsse von Robert Lewandowski (2), Serge Gnabry, James Rodríguez, Kimmich und Müller an die „Reds“ aus England. „Das gibt uns hoffentlich die nötige Energie für Liverpool“, sagte Trainer Niko Kovac. Hoeneß bestätigte zur Abrundung des Wochenendes den Millionen-Deal mit BMW, der Audi als Bayern-Partner spätestens 2025 ablösen wird. „Ja, wir haben eine Vereinbarung mit BMW für die Zukunft“, verkündete Hoeneß stolz.

Im Fokus stand gegen Wolfsburg aber das von Löw handstreichartig aussortierte Bayern-Trio. Kovac nannte es zwar einen Zufall, dass Boateng, Hummels und Müller im ersten Spiel als Ex-Nationalspieler zusammen in der Startelf standen. Ob bewusst oder nicht: Es war schon eine spezielle Pointe des Bayern-Trainers, mit gleich sechs Ü-30-Akteuren den höchsten Saisonsieg zu feiern.

Was wohl Jogi im 278 Kilometer entfernten Freiburg dachte, wo der Bundestrainer den Sieg des SC gegen Hertha BSC beobachtete? Mit einem länderspielwürdigen Spieltrieb reagierte Müller auf seine Verbannung in den DFB-Ruhestand. Der 29-Jährige traf zum 4:0 und bereitete das erste Tor fein vor. Die 30 Jahre alten Fußball-Methusalems Boateng und Hummels strahlten im Abwehrzentrum Souveränität aus. „Die Art und Weise, wie sie es umgesetzt haben in positive Energie, das spricht für sie als Spieler, Menschen und Charaktere“, lobte Kovac.

DFB- und Bayern-Kapitän Manuel Neuer äußerte sich diplomatisch zum Aufreger-Thema der Woche. Der bald 33 Jahre alte Torwart ist Löws Bannstrahl vorerst entgangen. Auch er sei „vorab nicht informiert“ worden, habe aber im Anschluss mit Löw telefoniert. „Die Spieler waren enttäuscht, so eine Entscheidung gesagt zu bekommen. Das kann ich natürlich verstehen“, kommentierte Neuer: „Aber andererseits ist ein Trainer auch dazu da, Entscheidungen zu treffen.“

Wesentlich kritischer positionierte sich der Juniorchef der Nationalelf, der 24-jährige Kimmich: „Wenn ich das aus Spielersicht bewerten muss, ist die Art und Weise natürlich nicht okay.“ Gerade Müllers Ausbootung verblüffte Teamkollege Kimmich: „Thomas hat 100 Länderspiele gemacht. Dann hat man, denke ich, einen anderen Abgang verdient.“ dpa

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