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Fußball Attacke auf einen Linienrichter in der Pfalz hat Maximalstrafe zur Folge

Lange Sperre nach Faustschlag

Kaiserslautern.Nach einer Attacke auf einen Unparteiischen bei einem Amateur-Fußballspiel in Rheinland-Pfalz ist ein Spieler des Verbandsligisten TuS Rüssingen zu zwei Jahren Sperre und zu einem Ausschluss aus dem Südwestdeutschen Fußballverband verurteilt worden. Das teilte der Verband mit Sitz in Edenkoben mit, nachdem am Abend zuvor drei Stunden lang im Barbarossahof in Kaiserslautern verhandelt wurde.

Das abgebrochene Spiel wurde mit 2:0 für den SV Alemannia Waldalgesheim gewertet. Damit steht die Alemannia im Finale. Der Gegner wird im zweiten Halbfinale am 25. März 2020 zwischen dem SV Morlautern und dem 1. FC Kaiserslautern ausgespielt. Der TuS Rüssingen wurde zudem zu einer Geldstrafe von 7500 Euro verurteilt und ist bis 2022 aus dem Verbandspokal ausgeschlossen – dagegen kann der Verein aus dem Donnersbergkreis aber Berufung einlegen. Der Spieler hatte einem Linienrichter am 20. November in der 36. Minute der Partie vor 400 Zuschauern ins Gesicht geschlagen. Das Spiel wurde daraufhin sofort abgebrochen. Der Angreifer des TuS Rüssingen, der in der Vergangenheit auch schon für die zweite Mannschaft des Fußball-Drittligisten SV Waldhof in der Verbandsliga am Ball war, hatte unmittelbar vor dem Faustschlag Richtung des Linienrichters wegen eines groben Fouls die Rote Karte gesehen.

Höher als zwei Jahre Sperre konnte die Spruchkammer im Strafmaß nicht gehen – zumindest im Bereich des SWFV ist hier das Maximum erreicht. Zugleich beantragte die Verbandsspruchkammer beim SWFV-Präsidium den Ausschluss des Spielers. Sportrichter Andreas Schank machte in der Urteilsverkündung klar, dass es nicht geduldet werden könne, dass so ein Spieler weiter im Verbandsgebiet aktiv sei. Rüssingen wurde zudem wegen schuldhafter Herbeiführung eines Spielabbruchs, Vernachlässigung der Platzdisziplin und Vernachlässigung des Schutzes der Schiedsrichters bestraft.

Auf Seiten der Rüssinger gab es nach dem Urteilsspruch betretene Gesichter. „Dass der Spieler eine hohe Strafe bekommen wird, war uns klar. Dass wir das Spiel verlieren würden auch. Aber die Höhe der Geldstrafe aufgrund angeblicher Vernachlässigungen unsererseits ist nicht in Ordnung“, sagte Klaus-Peter Hornung, Präsident des TuS, der nicht ausschloss, in Berufung zu gehen. Der Rüssinger Spieler Yahya Sanyang war bei der Verhandlung nicht anwesend. „Er ist schon nicht mehr in Rheinland-Pfalz und wird auch nicht mehr in unserer Region auftauchen“, sagte der Rüssinger Coach Ako Yalcin. „Wir wissen nicht, warum er das getan hat. Seine Taten sind nicht zu entschuldigen, aber wir haben auch einen Menschen verloren.“ dpa/bol

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