Sport

Doping Verein nach Vorwürfen unter neuer Führung

Lehner lobt Opferhilfe

Berlin/Weinheim.Sportrechtler Michael Lehner ist neuer Vorsitzender der Doping-Opfer-Hilfe (DOH). Auf der Mitgliederversammlung in Berlin wurde der 64 Jahre alte Jurist aus Weinheim als Nachfolger von Ines Geipel gewählt. Geipel hatte nach internen Zerwürfnissen und externen Vorwürfen ihr Amt zur Verfügung gestellt. „Die DOH hat großartige Arbeit geleistet. Ohne sie wäre die Kehrseite des Sports nicht so ins Bewusstsein gerückt“, sagte Lehner, der den Verein 1999 mitgegründet hatte.

Zuletzt war die DOH in die Negativschlagzeilen geraten, nachdem es Anschuldigungen gegeben hatte, dass Anträge von Geschädigten nicht gründlich geprüft worden seien. Somit sei Trittbrettfahrern der Zugang zur Einmalzahlung für durch das DDR-Dopingsystem betroffene Ex-Sportler verschafft worden. Zu den Kritikern zählte insbesondere Anti-Doping-Kämpfer Werner Franke.

Ganz kampflos, geschweige denn kommentarlos wollte Geipel ihren Platz an der Spitze der Doping-Opfer-Hilfe nicht räumen. Vielmehr rechnete die langjährige Vorkämpferin mit ihren Kritikern ab. „Auf einmal sind Betroffene nun Trittbrettfahrer. Das ist ein Rückfall von Aufklärung in Mythologie. Wie kann es sein, dass Opfer des Staatsdopings kriminalisiert werden“, echauffierte sich die frühere Weltklasse-Leichtathletin bei der Verleihung des Antidopingpreises 2018.

Worte, die in Richtung des Anti-Doping-Kämpfers Werner Franke und seiner Mitstreiter gingen. Der Heidelberger Molekularbiologe hatte zusammen mit Gerhard Treutlein sowie Ex-Leichtathletin Claudia Lepping und dem früheren Skilanglauftrainer Henner Misersky eine Reform des Dopingopfer-Hilfegesetzes gefordert. Das Quartett sieht einen Opfer-Status definiert, der politisch einseitig und wissenschaftlich interessengeleitet sei.