Sport

Radsport Weltmeister reist zur Bahn-EM nach Bulgarien

Levy als Einzelstarter

Archivartikel

Plowdiw.Nicht einmal das mickrige Preisgeld von 670 Euro konnte Maximilian Levy von einer Reise zur Bahnrad-EM ins Risikogebiet Bulgarien abschrecken. „Ich habe keine Angst, aber Respekt vor dem Virus. Und ich möchte unbedingt bei dieser EM starten“, sagte der viermalige Weltmeister, der als deutscher Einzelkämpfer bei den am Mittwoch beginnenden Titelkämpfen in Plowdiw (11. bis 15. November) teilnimmt. Dem Bund Deutscher Radfahrer war die Teilnahme angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen zu heikel.

Bei Levy war die Sehnsucht, im Oval wieder um Siege zu sprinten, aber größer. „Ich möchte endlich wieder meiner Passion nachgehen und in den sportlichen Wettstreit treten“, betonte der Cottbuser. Schließlich ist der Bahnradsport seit dem Ende der Heim-WM Ende Februar nahezu vollends zum Erliegen gekommen.

Bevor Levy mit seinen beiden Begleitern in den Flieger nach Sofia steigen konnte, lag nach Wochen intensiven Trainings aber auch viel logistische Arbeit hinter dem 33-Jährigen. „Wir mussten uns vor allem das nötige Wissen rund um die Corona-Regeln verschaffen. Das war sehr zeitaufwendig, aber das Gesundheitsamt hat mir sehr akkurat geholfen“, erklärte Levy, der am Freitag in Frankfurt (Oder) negativ getestet wurde. Vor Ort im Kolodrum-Velodrom sei ein weiterer Test geplant, mit dem Levy im besten Fall am Sonntag wieder nach Deutschland ohne Quarantäne einreisen kann.

Überzeugungsarbeit nötig

Nach der Einstufung Bulgariens als Risikogebiet musste Levy erst Überzeugungsarbeit beim BDR leisten, um als Einzelstarter für Deutschland dabei zu sein. „Ich bin immer gut damit gefahren, nicht gleich das erste Nein zu akzeptieren“, sagte Levy. Der BDR bewertete die Situation anders. „Wir sehen bei einer Indoor-Veranstaltung ein zu großes Risiko, auch im Hinblick auf eine mögliche weitere Verbreitung des Virus nach Rückkehr unserer großen Delegation“, erklärte BDR-Generalsekretär Martin Wolf. Um einer möglichen rechtlichen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen, stimmte der Verband einem Einzelstart zu. 

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