Sport

Nachruf FN-Redakteur Uwe Bauer ist im Alter von 56 Jahren gestorben / Er war eine tragende Säule der Sportredaktion

Liebenswerter Mensch und fleißiger Kollege

Für die Mitarbeiter bei den Fränkischen Nachrichten, vor allem aber für die Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion ist es, als hätten sie ein Familienmitglied verloren. Sportredakteur Uwe Bauer starb am Samstagmorgen im Alter von nur 56 Jahren eines natürlichen Todes.

In den Redaktionsräumen ist es ungewöhnlich still in diesen Tagen. Der fröhliche, gewissenhafte, kreative und stets hilfsbereite Uwe Bauer war ein wichtiger Teil eines gemeinsam funktionierenden Teams. Wie es ohne ihn weitergehen soll, kann noch keiner sagen. Denn der menschliche Verlust macht uns traurig und lässt uns nachdenklich zurück. Wie tief diese Gefühle erst bei der Familie unseres verstorbenen Kollegen gehen, können wir nur erahnen. Ihr gilt unser ehrliches Mitgefühl.

Als uns die Nachricht am Samstagnachmittag erreichte, konnten und wollten wir es nicht glauben: Uwe Bauer, unser allseits geschätzter Kollege aus der Sportredaktion, ist tot. Welches Loch er in unsere Mitte reißt, wurde bereits am Sonntag offensichtlich. Akribisch, wie immer, hatte er den Sonntagssportdienst vorbereitet; detailliert war abgesprochen, wer sich wann um welche Fußball-Spielberichte kümmern sollte – doch Uwe war nicht da. Und er kommt nie wieder. Der Verlust macht uns traurig und lässt uns nachdenklich zurück.

Uwe Bauer hatte ein großes Herz für den Amateurfußball, den „Sport des kleinen Mannes“, fernab der großen Stadien. Dies zeigte sich bereits vor seinem Volontariat bei den Fränkischen Nachrichten, das er zwischen 1986 und 1988 absolvierte. Da war er nämlich schon für die FN als freier Mitarbeiter, vor allem für den Sport, im Einsatz. „Als besonders wertvoll erwies sich sein Engagement und seine sachverständige Berichterstattung im Bereich Lokalsport“, hieß es in seinem Zeugnis Ende August 1988. Schnell war klar, dass er als Redakteur für die Lokalredaktion in Wertheim übernommen werden sollte.

Schon damals zeichneten ihn sein enormer Fleiß und seine Zuverlässigkeit aus. Diese Eigenschaften charakterisierten ihn. Uwe, dessen Namen seine Eltern damals wegen Uwe Seeler für ihn herausgesucht hatten, war sich für keine Arbeit zu schade. Er bewahrte auch in den stressigsten Situationen die Ruhe und behielt stets den Überblick. Nicht selten reizte er die letzte Minute vor dem Zeitungsdruck aus, um auch bei den Spielen der Region auf dem aktuellsten Stand zu sein. Diese Mühen waren bekannt bei den Amateurvereinen – und genau deshalb war Uwe Bauer dort auch so geschätzt. Stets pflegte er den Kontakt mit Spielern, Trainern und Vereinsvertretern, nicht zuletzt dann, wenn er immer wieder als leidenschaftlicher Fotograf bei mehreren Spielen am Wochenende vorbei schaute. „Lokal“ war er über Jahre hinweg als Vorstandsmitglied mit „seinem“ FC Eichel verwurzelt, national war er durch und durch „Schalker“.

Der Eishockey-Experte

Zwischen 1991 und 1995 brach er für gut vier Jahre seine Zelte bei den FN ab und wechselte in die Sportredaktion des „Mannheimer Morgen“. Dort, so betonte er immer, habe er den Feinschliff als Journalist erhalten. Als Eishockey-Experte des damaligen MERC, den jetzigen „Adler Mannheim“, machte er sich schnell auch in der Region „Rhein-Neckar“ einen Namen. Im April ‘95, nach dem Ende seiner „Lehr- und Wanderjahre“, wie er es nannte, kehrte er als Lokalredakteur wieder zu den Fränkischen Nachrichten nach Wertheim zurück.

Der stets freundschaftliche Kontakt zwischen den Mannheimer Kollegen und „ihrem Uwe“ riss nie ab. Was auch daran lag, dass Uwe Bauer bei großen „Events“ wie Olympischen Spielen, Fußball-Welt- und Europameisterschaften als Unterstützung „angefordert“ wurde. Geschätzt war er nicht nur als unermüdlicher Arbeiter, sondern vor allem als Mensch. Wir, seine FN-Kollegen, durften uns auf seine Hilfsbereitschaft jederzeit verlassen, waren angetan von seiner Freundlichkeit, bewunderten seine Geduld und liebten seinen hintersinnigen Humor – nicht nur in der Redaktion, sondern im gesamten Verlag. Die Gabe, seinen vermeintlichen Schwächen mit Selbstironie zu begegnen, war einzigartig. Er drängte sich nie nach vorne; im Gegenteil: Viel lieber blieb er im Hintergrund und verrichtete mit größter Präzision und Zuverlässigkeit die Basisarbeiten in der FN-Sportredaktion, der er seit 2011 angehört hat.

Momentan sind wir nur geschockt und sprachlos. Schon jetzt wissen wir, dass Uwe uns sehr fehlen wird – als fleißiger Kollege, vor allem aber als liebenswerter Mensch. fn