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Ski alpin Nach Romed Baumann holen auch Kira Weidle und Andreas Sander Silber für Deutschland

Märchen ohne Ende

Cortina d’Ampezzo.Als Andreas Sander im Sonnenschein der Dolomiten die nächste deutsche Sensations-Silbermedaille in die Höhe reckte, saß Kira Weidle schon im Auto auf dem Weg nach Hause. Den Husarenritt ihres Teamkollegen konnte die Skirennfahrerin am Sonntag aber auch von dort aus verfolgen. „Wahnsinn, absolut!“, sagte Sander, nachdem er nach Platz zwei in der WM-Abfahrt von Cortina d’Ampezzo wieder vom Podest gestiegen war. Genau an dieser Stelle hatte tags zuvor schon Weidle nach Rang zwei in der Damen-Abfahrt gestanden – und vergangenen Donnerstag Romed Baumann nach Silber im Super-G.

Es war eine Wahnsinns-Woche für den Deutschen Skiverband (DSV) bei den Titelkämpfen in Italien. Die dauern noch bis Sonntag, aber schon jetzt gehen die Superlative für dieses deutsche Wintermärchen aus. „Für uns ist das gleichzusetzen mit einer Goldmedaille“, sagte DSV-Alpinchef Wolfgang Maier nach Sanders famoser Fahrt auf der kniffeligen Vertigine-Strecke. „Für unser Team ist das ein absolutes Sensationsergebnis“, sagte Maier, dessen Equipe im Medaillenspiegel aktuell auf Platz drei hinter der Schweiz und Österreich liegt.

Winzigkeit fehlt zum Titel

Nach Jahren der vergeblichen Podestjagd im Weltcup raste Sander ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft in der Königsdisziplin auf das Treppchen. Dass er Gold um die Winzigkeit einer Hundertstelsekunde hinter dem Österreicher Vincent Kriechmayr verpasste, minderte die Euphorie und die Freude kein bisschen. „Das hätte ich mir nicht erträumen können. Das war ein perfekter Tag“, sagte der Ennepetaler, der den Schweizer Mitfavoriten Beat Feuz auf Platz drei verwies.

In 147 Weltcups, drei Olympia-Rennen und acht WM-Events hatte es Sander nie auf ein Podium geschafft. Drei fünfte Plätze waren seine besten Resultate. Und nun gelang das Happy End von Cortina. „Ich wollte es unbedingt zeigen“, berichtete der 31-Jährige von seinem Gefühl am Start. Nach seinem neunten Platz im Super-G am Donnerstag habe er gehadert. Doch diesmal fand der Routinier den nötigen „Mix aus Konzentration und Lockerheit“, wie Teamkollege und Rückkehrer Thomas Dreßen analysierte.

Der 27-Jährige wurde bei seinem Comeback wie die anderen Deutschen in der Abfahrt abgehängt und landete nach einem Patzer im entscheidenden Streckenteil auf Platz 18 (+1,68). „Ich habe mir vorgenommen, das Beste zu probieren“, sagte er und erinnerte daran, dass der Sonntag erst sein elfter Skitag nach einer Hüft-OP im November und folgender Reha war. Baumann landete auf Rang 14 (+1,30), Dominik Schwaiger wurde 22. (+2,11).

Zielgenau hatte Weidle den ganzen Winter über auf den Saisonhöhepunkt hingearbeitet, war dabei aber nur zweimal Fünfte in Val d’Isère und Crans-Montana geworden. In Cortina trat sie von Tag zu Tag überzeugter auf – und wirkte letztlich selbst am wenigsten überrascht von ihrem Coup. Golden glänze ihr Silber fast schon, sagte sie glücklich und zufrieden. „Sie ist als Persönlichkeit gereift“, lobte Bundestrainer Jürgen Graller, „sie ist schon ziemlich abgebrüht und fokussiert.“

Im Schatten, aber auch unterstützt von Viktoria Rebensburg war Weidle in den vergangenen Wintern zur Topathletin herangewachsen. Nach dem Rücktritt der Riesenslalom-Olympiasiegerin und den Verletzungen anderer deutscher Speedspezialistinnen tingelte Weidle fast allein durch die bisherige Saison. Gestört hat sie das nicht. dpa

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