Sport

Stark im Sport (51): Turnerin Laura Huther liebt den Boden und den Barren / Verbandsliga-Klassenerhalt mit Seckenheim ist das Ziel

„Manchmal brauche ich einen Tritt“

Archivartikel

Mannheim. Laura Huther erinnert sich noch gut an den 2. Juni. Beim Landesturnfest in Weinheim turnte die 15-Jährige von der TSG Seckenheim den Wettkampf ihres Lebens und wurde mit nie zuvor erreichten 52,50 Punkten Zweite. „Dabei war ich gar nicht so gut drauf. Ich war etwas erkältet und übermüdet – wie das halt bei solchen Festen ist, wenn man gemeinsam in einer Schule übernachtet.“ Also erhoffte sie sich nicht sehr viel, war aber gewillt, ihr Bestes zu geben. „Der Barren lief noch nicht so richtig, aber von Gerät zu Gerät wurde es besser. Nach dem Boden war ich dann auch selbst von einem guten Wettkampf überzeugt“, freute sie sich schon vor der Siegerehrung über Gratulationen von allen Seiten.

„Boden und Balken mag ich am liebsten. Da kann man sich ausdrücken und tänzerische Elemente zeigen“, hat sie ein großes Faible für die elegante Seite ihres Sports, den sie mit sechs Jahren entdeckte, als sie eine Freundin zum Kinderturnen beim TV Neckarau begleitete.

Dem damaligen Trainer Wolfgang Hemme blieb Lauras Talent nicht verborgen, er übernahm sie in die Leistungsgruppe und lehrte sie alle Grundlagen des Gerätturnens. Hemmes Ruhestand war mit ein Grund für ihren Wechsel zur TSG Seckenheim, wo sie mit Kusshand genommen wurde und seither alle Aufstiege mitmachte – von der Gauliga in die Landes- und in diesem Jahr in die Verbandsliga.

Dort den Klassenerhalt zu schaffen, ist das große Ziel für 2019. Dafür lässt sich Laura im Training auch gerne antreiben, wenn sie mal zu müde ist. „Manchmal brauche ich einen Tritt …“, gesteht sie. Um ihr Repertoire schwieriger zu machen, lernt sie gerade das freie Rad auf dem Balken und eine Vorwärtskombination aus Überschlag und Salto am Boden. Dass die TSG-Turnerinnen freitags im Leistungszentrum trainieren, kommt Laura sehr entgegen. „Dort macht es einfach Spaß, denn in den Schnitzelgruben und auf den Trampolinen kann man ganz viel ausprobieren.“

Ansonsten bringt die Schülerin der Helene-Lange-Berufsfachschule das Lernen und den Sport (3 x pro Woche 2,5 Stunden) ganz gut unter einen Hut. Was sie nach dem Abitur machen will, weiß sie noch nicht genau. „Aber etwas in Richtung Maskenbildnerin würde mit gefallen.“ Bis dahin wird sie sich an den vier Geräten weiterentwickeln – auch am Barren und am Sprung, wo man mit Eleganz nicht so sehr punkten kann. Manchmal macht sie auch „Ausflüge“ in andere Sportarten, so nahm sie mit ihrer Schulklasse in diesem Jahr am Marathon teil und ging auf die 4,2 Kilometer. „Aber Ausdauer ist nicht so mein Ding!“