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Fußball Fifa zieht positive Bilanz der abgelaufenen Frauen-WM in Frankreich / Neun Bewerber für Titelkämpfe 2023 / Videobeweis noch ausbaufähig

Marke von einer Milliarde Zuschauern geknackt

Lyon.Die 8. Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich ist nach 30 Tagen Geschichte. Mit dem 52. Spiel, dem Finale zwischen Titelverteidiger USA und Europameister Niederlande endet das Turnier, das Fifa-Präsident Gianni Infantino als die „beste Frauen-WM aller Zeiten“ bezeichnete. Sportlich und gesellschaftspolitisch war die WM ein Meilenstein und setzte neue Maßstäbe im Frauenfußball.

Teilnehmerfeld: Womöglich war es die letzte Frauen-WM mit 24 Mannschaften. Infantino strebt eine Aufstockung auf 32 Teams an – möglichst schon zur WM 2023. Wo diese stattfindet, soll im März 2020 in Amsterdam vom Fifa-Council (37 Mitglieder) entschieden werden. In der nächsten Council-Sitzung im Oktober 2019 in Shanghai müsste aber zunächst über eine Ausweitung abgestimmt werden. Stand heute gibt es neun Bewerber. Süd- und Nordkorea wollen sie gemeinsam ausrichten. Interesse haben auch Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Japan, Neuseeland und Südafrika bekundet.

Preisgeld: Für die WM in Frankreich hatte die Fifa das Preisgeld auf rund 26,7 Millionen Euro verdoppelt. Infantino kündigte an, dass der Weltverband 2023 noch einmal so viel Prämien ausschütten will. Erstmals erhielten die Teilnehmer auch Geld für die Turniervorbereitung (10,3 Millionen Euro). Die Vereine wurden zum ersten Mal für die Abstellung von Spielerinnen entschädigt. Es sind weitere Schritte zur Gleichbehandlung von Männern und Frauen. Doch die Lücke ist noch groß und wird sogar noch größer. Denn auch die Männer-Prämien steigen weiter. 2018 in Russland erhielt Weltmeister Frankreich allein eine Prämie von 32,5 Millionen Euro. Die Gesamt-Prämien für die nächste Männer-WM in Katar 2022 sollen rund 390 Millionen Euro betragen.

Zuschauer: Die Gunst der Zuschauer hat eine neue Stufe erreicht. Laut Fifa haben bis Freitag auf allen TV-Kanälen und Plattformen mehr als 850 Millionen Menschen weltweit die Spiele verfolgt. Inklusive des Final-Wochenendes werde die Rekordmarke von einer Milliarde Fans geknackt – das ist eine Verdopplung im Vergleich zur WM in Kanada vor vier Jahren. Die meisten Zuschauer lockte bisher das Viertelfinale zwischen Brasilien und Frankreich mit knapp 58,8 Millionen Zuschauern an – ein Allzeit-Rekord für ein Frauenfußballspiel. Die bisherige Bestmarke hielt das WM-Finale 2015 zwischen den USA und Japan (52,6 Millionen) in Vancouver. In vielen Ländern purzelten die TV-Quoten und Zuschauerrekorde nur so.

Tickets: Insgesamt 1 163 000 Eintrittskarten wurden laut Fifa für die 52 Spiele verkauft bzw. zugeteilt. 75 Prozent der Tickets gingen an französische Zuschauer, gefolgt von den USA (15 Prozent), England und den Niederlanden (je 3 Prozent).

Videobeweis: Nach der WM-Premiere bei den Männern in Russland gab es auch bei der Frauen-WM erstmals den Videobeweis. Trotz vieler Schulungen gab es Absprache-Mängel zwischen den durchweg männlichen VAR (Video-Assistent-Referees) und den weiblichen Unparteiischen. Oft dauerten die Entscheidungen zu lange. Fazit: Der Videobeweis ist unerlässlich, aber verbesserungswürdig. dpa