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Fußball Stuttgarts Daniel Didavi kommt nach seiner Verletzungspause immer besser in Schwung, bleibt aber bescheiden

Mentor und Torschütze zugleich

Stuttgart.Daniel Didavi stand nur ungern im Mittelpunkt nach dem 3:0 seines VfB Stuttgart gegen Erzgebirge Aue. Mit zwei Treffern hatte der stellvertretende Kapitän aber massiven Anteil daran, dass der Fußball-Zweitligist mit guter Laune und jeder Menge Zuversicht in die beiden freien Tage am Sonntag und Montag gehen konnte und das Ziel Rückkehr in die Bundesliga weiter fest im Blick hat. „Es ist nicht so wichtig, ob ein Tor, zwei Tore oder gar kein Tor. Hauptsache, wir gewinnen“, sagte der 29-Jährige.

Restlos zufrieden war die Offensivkraft nach dem fünften Heimsieg in Serie nicht. „Uns fehlt ein bisschen die Zielstrebigkeit, dass wir das 3:0, 4:0 machen. Daran müssen wir arbeiten, dass wir schneller spielen, dass wir zielstrebiger sind. Dann sind wir auf einem guten Weg“, sagte er. „Die Situation ist uns bewusst, Bielefeld und Hamburg sind gut, die punkten auch. Es zeichnet sich ein Dreikampf ab.“

Technisch einer der Besten

Dass Didavi nach seiner Verletzungspause über weite Teile der Hinrunde nun immer besser in Form kommt, ist für den VfB in dieser Konstellation von enormem Wert. Technisch einer der besten Spieler der Liga, übernimmt er zudem ähnlich wie Ex-Nationalspieler Mario Gomez die Rolle des Mentors für die vielen jungen Spieler im Kader und geht mit Einsatz voran. Weil Kapitän Marc Oliver Kempf nach seinem Kieferbruch fehlte, führte er das Team auch mit der Binde an.

„Ich versuche der Mannschaft einfach zu helfen, und betreibe viel Aufwand gerade beim Anlaufen“, sagte er. Vor dem Schlusspfiff ausgewechselt zu werden, sei überhaupt kein Problem. „Ich bin nicht mehr so eitel. Ob ich von der Bank komme, oder 50 oder 60 Minuten spiele, das ist egal“, erklärte der Nürtinger. „Hauptsache wir steigen auf. Es ist nicht so, dass ich mich über die Mannschaft stelle. Auf keinen Fall.“

Zunächst stand Didavi am Samstag im Anschluss an einen Eckball genau richtig und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (34. Minute), dann vollendete er eine Flanke des kurz zuvor eingewechselten Philipp Förster per Seitfallzieher zum 2:0 (42.). Zwei Tore in einem Spiel waren Didavi in der 2. Liga noch nie gelungen, in der Bundesliga dagegen schaffte er das schon siebenmal. „Wir sind froh, dass er zwei gemacht hat. Uns reicht aber auch jede Woche eins. Oder er bereitet eins vor. Das ist nicht wichtig“, sagte Sportdirektor Sven Mislintat.

Ihm hatte vor allem der dritte Treffer durch Gomez gefallen, der in der 90. Minute eine tolle Kombination abschloss und sein drittes Tor im dritten Liga-Spiel des Jahres 2020 erzielte.

„Diese Mannschaft hat einen sensationellen Spirit und einen guten Teamgeist. Das ist ganz, ganz wichtig“, sagte Mislintat. „Natürlich kann Hamadi den auch selber machen.“ Aber Hamadi Al Ghaddioui entschied sich dafür, den Ball noch mal quer zu legen – Gomez hatte leichtes Spiel. Und Didavi jubelte.

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