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Fußball Der ehemalige Weltschiedsrichter kandidiert am Sonntag beim angeschlagenen Drittligisten Kaiserslautern für den Aufsichtsrat

Merk gilt auf dem „Betze“ als letzte Hoffnung

Kaiserslautern.Für seinen Herzensverein 1. FC Kaiserslautern unterbricht Markus Merk sogar die Flitterwochen mit Ehefrau Sabine. Der ehemalige Welt-Schiedsrichter fliegt am Wochenende extra aus Südostasien in die Heimat, um auf der Mitgliederversammlung am Sonntag (11 Uhr) das Zepter beim schwer angeschlagenen Fußball-Drittligisten zu übernehmen.

„Wenn der FCK mich braucht, dann bin ich da. Ich könnte es mir nie verzeihen, es nicht wenigstens versucht zu haben“, sagte Merk zu seiner Kandidatur für den Aufsichtsrat des viermaligen deutschen Meisters. Seit Wochen sind alle Blicke rund um den Betzenberg auf die anstehenden Nachwahlen für den Aufsichtsrat gerichtet. Turnusmäßig würde die Wahl erst im kommenden Jahr steigen. Doch nachdem das Kontrollgremium um den Vorsitzenden Patrick Banf Anfang Oktober wegen anhaltender Kritik geschlossen zurückgetreten war, bestand dringender Handlungsbedarf.

Nicht wenige sprechen angesichts des Schuldenbergs von über 20 Millionen Euro von einem Himmelfahrtskommando. Nach einem chaotischen Jahr voller sportlicher Enttäuschungen, Machtkämpfen und Intrigen in der Vereinsführung sowie großer finanzieller Sorgen soll am ersten Advent nun der Wendepunkt eingeleitet werden.

Fünfköpfiges Team

Ein fünfköpfiges Team um Merk geht das Wagnis ein – und wird im Umfeld für den Mut und den Einsatz gefeiert. Auch deshalb, weil sie keine Versprechungen abgegeben haben. „Wenn wir keine Hoffnung hätten, würden wir nicht antreten. Das wäre ja fatal. Aber konkrete Aussagen lassen sich erst nach intensiver Analyse der Situation treffen“, sagte Merk.

Mit Ex-FCK-Profi Martin Wagner, dem früheren Vorsitzenden Rainer Keßler, dem Wirtschaftsjuristen Jörg Wilhelm und dem Finanzexperten Martin Weimer hat sich Merk ein „kompetentes und alle Bereiche abdeckendes“ Team zusammengestellt. Nach Jahren der Misswirtschaft wartet – die Mandatserteilung vorausgesetzt – ein Berg voller Arbeit. Zumal der Verein derzeit praktisch führungslos ist. Sportchef Martin Bader muss zum Jahresende gehen, der kaufmännische Geschäftsführer Michael Klatt verabschiedet sich freiwillig. Zwar ist diese Saison dank zahlreicher hochverzinster Kredite durchfinanziert, doch wenn die im Januar anstehende Wirtschaftsprüfung keine positive Prognose ergibt, droht der Gang zum Insolvenzgericht. Noch fehlen zwischen fünf und 15 Millionen Euro für die kommende Saison.

Und da kommt Flavio Becca ins Spiel. Der Luxemburger Unternehmer könnte die Geldprobleme lösen. Doch der potenzielle Investor zögert seit Monaten mit seinem Einstieg. Merk, der sich auch als „Brückenbauer“ sieht, hat den Kontakt bereits gesucht. Gelingt jedoch kein tragfähiger Deal, muss eine Alternative her. dpa

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