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Basketball Crailsheim schlägt Hanau mit 87:71 und kann nun am morgigen Mittwoch ganz beruhigt die Fahrt zur zweiten Partie antreten

Merlins-Führung nach intensivem Spiel

Crailsheim Merlins – Hebeisen White Wings Hanau 87:71

(20:15, 23:22, 26:15, 18:19)

Crailsheim: Kratzborn (19 Punkte/davon 3 Dreier), Gay (13), Wysocki (12/3), Turner (11/1), Griffin (9/1), Neumann (9), Cuffee (9/1), Jost (5), Bogdaov, Marks, Flomo. Hanau: Brady (17/1), Jönke (16), Choice (12/1), Adams (10/1), Jacko (4), Albrecht (4), Herold (4), Long (2), von Fintel (2), Nicolay. Zuschauer: 2183

Mit einem 87:71-Erfolg sind die Crailsheim Merlins in die Playoffs 2018 gestartet und führen damit im Viertelfinale um den Aufstieg in die 1. Basketball-Bundesliga (easyCredit-BBL) mit 1:0 gegen Hanau. Die Hessen boten den Merlins wie erwartet kämpferisch Paroli, letztlich setzte sich jedoch die Qualität der Merlins souverän durch.

Gleiche Halle, gleicher Gegner – und doch war irgendwie alles ganz anders. Zwei Wochen nach dem klaren 91:63-Erfolg trafen die Crailsheim Merlins erneut auf die Hebeisen White Wings aus Hanau. Dieses Mal ging es allerdings um so viel mehr als die letzten zwei Tabellenpunkte im letzten Heimspiel der regulären Saison.

Blitzstart der Merlins

Ein „Déjà-vu“ gab es dann doch gewissermaßen, und zwar in Form eines Blitzstarts der Hausherren wie schon im letzten Hauptrunden-Heimspiel. 13:2 stand es dieses Mal nach einem Wysocki-Dreier, als Gästecoach Simon Cote zur ersten Auszeit bat.

Wie Ende März gelang es den Hanauern aber, die Ansage des Trainers umzusetzen und den Merlins nun deutlich mehr Paroli zu bieten. Die gefürchtete Merlins-Offense geriet ins Stocken, bis sich Frank Turner ein Herz fasste und den Buzzerbeater von downtown einnetzte (18:13).

Der Playoff-Fight war längst eröffnet, als die Merlins ab Mitte des zweiten Viertels einem minimalen Rückstand hinterherlaufen mussten. Chase Griffin, bis dahin glücklos von der Dreierlinie, netzte den Halbdistanzwurf zur 33:32-Führung ein und dann drehte einer richtig auf:, Sherman Gay. Der Center war trotz Foulproblemen maßgeblich daran beteiligt, dass die Zauberer mit einer 43:37-Führung in die Kabine gingen.

Partie wird „biestig“

Der Start ins dritte Viertel verdiente das Prädikat „biestig“, denn die Zauberer spielten wie entfesselt auf und zogen innerhalb von fünf Minuten auf 57:39 davon. Auch das vierte und später fünfte persönliche Foul gegen Sherman Gay stoppte den Lauf nicht, da Tuomas Iisalo ja noch auf Philipp Neumann zurückgreifen konnte, der in die Bresche sprang.

Trotz des deutlichen Punktestandes war keines der beiden Teams gewillt, auch nur das kleinste bisschen weniger Intensität an den Tag zu legen. Dennoch: Über die 69:52-Führung nach dem dritten Abschnitt hinaus kontrollierten die Merlins aus Crailsheim die Partie ganz klar und stellten mit einem souveränen 87:71-Erfolg auf 1:0 in der „best-of-five“-Serie.

Spieler im Fokus

In den sozialen Netzwerken hatten Frank Turner und Sherman Gay vor dem Spiel ihre Vorfreude auf die Playoffs kundgetan, auf dem Spielfeld setzten sie diese dann auch in Zählbares um. Auch Foulprobleme hielten den „one-two punch“ der Merlins nicht davon ab, dem Playoff-Auftakt ihren Stempel aufzudrücken. Gay war in den knapp 13 Minuten Einsatzzeit, bevor sein Arbeitstag mit dem fünften Foul frühzeitig beendet war, Dreh- und Angelpunkt seines Teams und kam ohne Fehlwurf aus dem Feld auf 13 Zähler. Playmaker Turner dirigierte das Spiel gewohnt stark mit elf Punkten und sechs Assists. Und dann war da noch Youngster Sebastian Herrera, der eine bärenstarke Vorstellung bot und mit 19 Punkten, vier Assists und drei Rebounds zum Topscorer der Partie avancierte und dabei über die gesamte Spielzeit cool blieb.

Keine Zeit zum Verschnaufen

So intensiv die Partie auch war. Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht: Schon am morgigen Mittwoch wartet das zweite Spiel der Serie auf die beiden Mannschaften, dieses Mal in der Main-Kinzig-Halle in Hanau. Der Fanclub der Merlins fährt mit einem Fanbus nach Hessen. Dazu werden auch einige Privatfahrer erwartet, so dass mit starkem Support „on the road“ für die Zauberer gerechnet wird.

Stimme zum Spiel

Ingo Enskat (Sportdirektor Crailsheim Merlins): „Man darf in den Playoffs nicht erwarten, dass jeder Gegner mit 30 aus der Halle gefegt wird, denn hier sind nunmal die besten acht Teams der Liga am Start. Daher ist der Sieg mit 16 Punkten Unterschied ein guter Auftakt gegen einen physisch starken Gegner. Hanau hat wie erwartet hart gearbeitet und dagegengehalten. Trotzdem haben wir das Spiel am Ende souverän gewonnen, und darauf kommt es an. Du musst in den Playoffs nicht glänzen, du musst die Spiele gewinnen.“ mw