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Basketball 64 Prozent Trefferquote von „außerhalb“ bringen den Crailsheimern die entscheidenden Vorteile beim 107:82-Sieg in Hanau / Halbfinale winkt

Merlins zaubern von jenseits der Dreier-Linie

White Wings Hanau – Crailsheim Merlins 82:107 (15:30, 23:29, 21:23, 23:25)

Crailsheim: Smith (3 Punkte), Turner (6), Griffin (13), Bogdanov (10), Herrera (10), Wysocki (6), Neumann (7), Jost (7), Cuffee (23), Marks (12), Gay (8), Flomo (2).

Beflügelt von einer zauberhaften ersten Hälfte, haben die Crailsheim Merlins einen klaren 107:82-Sieg bei den White Wings in Hanau eingefahren und führen damit in der „Best-of-Five“-Serie der ersten Runde mit 2:0. Damit könnte mit einem Heimsieg am morgigen Samstag (19.30 Uhr) schon das Halbfinal-Ticket gebucht werden.

Beste Playoff-Atmosphäre war programmiert, als rund 100 Merlins-Fans den Gästeblock der Hanauer Main-Kinzig-Halle lautstark in Beschlag nahmen und das heimische Publikum zum ersten Stimmungstest animierten. Damit hatten die Zauberer ihren Rückhalt, um dem Enthusiasmus der Heimmannschaft und ihren Fans über deren erstes Playoff-Heimspiel überhaupt entgegenzuwirken.

Anders als im Hauptrunden-Rückspiel und dem ersten Playoff-Spiel am Sonntag durften die Merlins diesmal keine zweistellige Führung herausspielen, ehe Hanaus Trainer Simon Cote die erste Auszeit nahm (2:9). Und auch sonst war durchaus etwas anders im Vergleich zum Auftaktspiel der Viertelfinal-Serie, allerdings zugunsten der Merlins.

Auch profitierend von Tuomas Iisalos kurzen Wechselintervallen, hielten die Zauberer das Tempo hoch und nutzten vor allem ihre Stärke von „downtown“ zum eigenen Vorteil nutzen. Satte 64 Prozent Trefferquote hatten die Merlins an diesem Abend von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Konrad Wysockis Dreier zum 30:15 markierte den Zwischenstand nach dem ersten Viertel. Die erste Auszeit der Gäste gab es, als die Hanauer auf zehn Zähler verkürzt hatten (27:37). Iisalos Ansprache bewirkte den erhofften Stopp der hessischen Aufholjagd. Spätestens Cuffees dritter Dreier brachte Nervosität zurück ins Spiel der Hausherren. Auch Martin Bogdanov netzte bereits zum dritten Mal von jenseits der Drei-Punkte-Linie ein, als er die Merlins erstmals auf 20 Zähler Vorsprung brachte (56:36). Als es beim Stand von 59:38 für die Merlins in die Halbzeit ging, war es mit Ausnahme des Gästeblocks bereits merklich ruhiger geworden.

Nach einer kleinen Pausenverlängerung durch die Zauberer, die nach dem 61:46 noch einmal zum Gespräch bei ihrem Headcoach antreten mussten, spielte Playmaker Frank Turner mit der Shotclock und seiner ganzen Klasse, um sein Team wieder in die Spur zu bringen.

Zwar gelang es den Gastgebern diesmal, an den Merlins dranzubleiben, doch die Crailsheimer verstanden es bestens, in den richtigen Momenten Nadelstiche zu setzen. Sechs Cuffee-Punkte in Folge und einem Fastbreak-Dunk von Derrick Marks schickte Hanau in die Auszeit (56:78). Dass im Schlussviertel dann vieles von selbst lief, wie etwa ein Buzzerbeater-Dreier von Mitch Jost, war kaum verwunderlich. Ebenso, dass das Finale im furiosen „Run and Gun“ mündete, an dessen Ende ein klarer 107:82-Erfolg der Merlins stand.

Den ersten Matchball zum Halbfinale gibt es im heimischen „Hexenkessel“ namens „Arena Hohenlohe“ am morgigen Samstag um 19.30 Uhr.

Stimmen zum Spiel

Tuomas Iisalo (Trainer Crailsheim Merlins): „Wir haben uns den Sieg hart erkämpft. Natürlich wird es schwer für den Gegner, wenn wir 64 Prozent von außen treffen und 107 Punkte machen. Aber alles beginnt mit einer guten Defense. Und hier ging es heute darum, sich auf das eingeschworene Team der Hanauer einzustellen. Als die Jungs den entsprechenden Fokus hatten, haben sie auch ihre offenen Würfe gefunden. Für Samstag müssen wir uns wieder ,reseten’, denn Hanau wird nicht aufgeben und wieder alles geben.“

Ingo Enskat (sportlicher Leiter Crailsheim Merlins): „Das war heute eine top Leistung, an der es kaum etwas auszusetzen gibt. So dominant müssen wir in den Playoffs weiter auftreten. Die Mannschaft hat sich den Sieg mit dieser Leistung selbst verdient. Nun gilt es, zu Hause den Sack zuzumachen und das Publikum dabei weiterhin mit so tollem Basketball zu verzaubern.“ cm