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Radsport Bei seinem schweren Sturz zieht sich Chris Froome zahlreiche Knochenbrüche zu / Reha statt Frankreich-Rundfahrt

Mit 55 km/h gegen die Mauer

Roanne.Der Schock über den folgenreichen Sturz seines schwer verletzten Radsportstars Chris Froome war Ineos-Teamchef Dave Brailsford anzuhören. „Er ist in keiner guten Verfassung. Es gibt Stürze und schlimme Stürze, und das war ein schlimmer Sturz“, sagte er der BBC. Froomes Teamkollege Geraint Thomas twitterte: „Was für eine Scheiß-Nachricht! Es ist immer schrecklich, von einem schlimmen Sturz zu hören, aber noch schlimmer ist es, wenn es einen guten Kumpel betrifft! Werde schnell wieder gesund!“ Das wird voraussichtlich dauern.

Bei der in dreieinhalb Wochen beginnenden Tour de France wollte der 34-jährige Froome einen Angriff auf seinen fünften Gesamtsieg beim bedeutendsten Radsport-Wettbewerb starten. Doch eine Windböe machten alle Hoffnungen des Briten am Mittwoch im Bruchteil einer Sekunde zunichte. Die Trainingsfahrt im Südosten Frankreichs während des Critériums du Dauphiné endete für Froome auf der Intensivstation der Uniklinik mit zahlreichen Knochenbrüchen. „Chris ist im Moment in der Chirurgie, um mehrere Frakturen zu heilen. Bitte behaltet ihn in euren Gedanken“, schrieb Froomes nach St. Etienne gereiste Ehefrau Michelle noch Abend über den Twitter-Account ihres Mannes.

Bei der Streckenbesichtigung des Zeitfahrens der Tour-Generalprobe Critérium du Dauphiné in Roanne raste Froome bei einer Abfahrt mit hoher Geschwindigkeit in eine Mauer. „Chris war mit Wout Poels unterwegs und hat sich die Nase putzen wollen. Dazu hat er die Hand vom Lenker genommen, und genau in dem Moment erfasste ihn eine Böe“, schilderte Teamchef Brailsford.

Mit 55 Stundenkilometern raste Froome ungebremst in die Mauer – das ergab die Auswertung der Daten von Froomes Radcomputer. Dabei zog sich der in Kenia geborene Brite unter anderem den Bruch des rechten Oberschenkels, der Ellbogen und einiger Rippen zu und wurde noch am Abend auf der Intensivstation operiert. Auch das Bewusstsein soll Froome bei dem Sturz verloren haben. Ein Krankenwagen stand zur Erstversorgung zum Glück in unmittelbarer Nähe, mit dem Hubschrauber wurde Froome in die Klinik geflogen.

Tour-Start ausgeschossen

„Das Wichtigste zuerst, der Eingriff war ein Erfolg. Die Operation, die sechs Stunden dauerte, verlief sehr gut“, sagte Ineos-Teamarzt Richard Usher in einer Mitteilung am Donnerstag. „Chris ist heute Morgen aufgewacht und wurde von Mitarbeitern der Intensivstation und von orthopädischen Spezialisten, welche die Operation durchgeführt haben, untersucht. Alles sind sehr zufrieden mit den bisherigen Fortschritten“, erklärte Usher. Froome soll zur Beobachtung noch einige Tage im Krankenhaus bleiben. „Aber er spricht bereits sehr aktiv über seine Rehabilitationsmöglichkeiten, was sehr ermutigend ist.“ Froome will in den kommenden Tagen ein eigenes Statement veröffentlichen.