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Biathlon Quartett zeigt sich von kurzfristigem Ausfall Laura Dahlmeiers unbeeindruckt und holt Silber / Heute Chancen im Sprint

Mixed-Staffel begeistert bei WM-Auftakt

Östersund.Nach dem traumhaften WM-Start fiel sich das deutsche Silber-Quartett im Schneetreiben von Östersund erleichtert in die Arme. Wenig später standen die Biathleten Vanessa Hinz, Denise Herrmann, Arnd Peiffer und Benedikt Doll auf dem Siegerpodest und genossen ihren Coup mit der Mixed-Staffel. „Das ist voll geil und unglaublich. Ich freue mich extrem“, sagte die frühere Langläuferin Herrmann. Die 30-Jährige rückte in Schweden ganz kurzfristig für die erkrankte Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier ins Team und gewann die erste WM-Medaille ihrer Karriere.

Die Schützlinge von Chef-Bundestrainer Mark Kirchner mussten sich nach einem starken Auftritt nur Norwegen geschlagen geben. „Das ist ein super Auftakt und stimmt uns zuversichtlich. Man musste schon ein paar schlagen, um eine Medaille zu holen. Die Form passt, die Ski passen“, sagte Sprint-Olympiasieger Peiffer. Die Deutschen leisteten sich insgesamt neun Nachlader und hatten im Ziel nur 13,1 Sekunden Rückstand auf die dominanten Skandinavier. Bronze ging an Italien.

„Wir freuen uns auf alle Fälle riesig über die Silbermedaille, die ist absolut gewonnen und nicht Gold verloren. Das war bravourös von allen vieren“, sagte Kirchner. 2017 hatte Deutschland mit Dahlmeier im österreichischen Hochfilzen noch Gold geholt.

Schlussläufer Doll kämpfte beim finalen Shootout um die Titelverteidigung, musste sich aber dem exzellenten Schützen Vetle Sjastad Christiansen beugen. „Ich bin erhöhtes Risiko gegangen. Vetle war einfach der bessere Schütze“, sagte Doll, der im Ziel seinen Teamkollegen glücklich in die Arme fiel, und ergänzte: „Wir haben alle einen richtig guten Job gemacht.“

Bei ihrem ersten Medaillengewinn in Östersund und der neunten Mixed-Medaille insgesamt ließen sich die Deutschen auch nicht davon irritieren, dass Dahlmeier wenige Stunden vor dem Rennen ihren Start aufgrund einer Erkältung als Vorsichtsmaßnahme absagen musste.

Bei minus fünf Grad und Schneefall schickte Hinz nach zwei Nachladern im Stehendanschlag Herrmann als Sechste (+ 29,8 Sekunden) ins Rennen. Dank ihrer überragenden Laufleistung eroberte sie kurz vor dem Wechsel Platz eins.

„Die Strecke liegt mir, das weiß ich. Es wurde alles abverlangt, und es ist gut für mich ausgegangen“, sagte Herrmann, die zudem „Bomben-Material“ an den Füßen hatte. Sprint-Olympiasieger Peiffer ging zeitgleich mit Norwegens Star Johannes Thingnes Bö und dem Italiener Lukas Hofer ins Rennen.

Der 31-Jährige musste nur den zwölfmaligen Saisonsieger Bö um 15,4 Sekunden ziehen lassen: „Ich hätte gerne zusammen mit ihm übergeben. Aber da hat es nicht ganz gereicht.“ Doll, der nach dem Saison-Aus von Simon Schempp erstmals in einem großen Rennen als Schlussläufer ran durfte, sicherte dann die Medaille.

Die nächste Medaillenchance gibt es heute im Sprint (16.15 Uhr/ARD und Eurosport). Dort und in der Verfolgung am Sonntag soll dann auch die siebenmalige Weltmeisterin Dahlmeier antreten können. dpa