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Tennis Erstrunden-Aus bei US Open gegen Mladenovic

Nächster Rückschlag für Kerber

Archivartikel

New York.Nach dem nächsten Tiefschlag in einer nun komplett verkorksten Saison ergriff Angelique Kerber die Flucht. Nur wenige Sekunden, nachdem sie auch bei den US Open bereits in der ersten Runde ausgeschieden war, verließ Deutschlands böse abgestürzte Nummer eins den Platz und verschwand in eine ungewisse Zukunft. Ohne Trainer, ohne Selbstvertrauen und am Ende ohne Plan verlor Kerber in New York gegen die Französin Kristina Mladenovic mit 5:7, 6:0, 4:6 – und kassierte damit ihre dritte Aufakt-Niederlage in Serie. In Flushing Meadows konnte Kerber auch von einer Verletzung ihrer Gegnerin nicht profitieren und musste sich nach 2:24 Stunden geschlagen geben. „Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Mir haben Matches und Selbstvertrauen gefehlt“, sagte Kerber nach dem erneuten Rückschlag.

Für Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker und Kerbers langjährige Vertraute Barbara Rittner liegt der Grund für die andauernde Talfahrt dagegen in der nach wie vor ungelösten Trainerfrage. „Wenn jetzt nicht der Groschen gefallen ist, wann dann“, kritisierte Becker nach der Partie bei Eurosport. „Ich kann nicht ganz verstehen, dass sie hier ohne Trainer angetreten ist. Alle Top-Ten-Spielerinnen haben hier einen Coach an ihrer Seite.“

Trotzige Reaktion

Auch Rittner, Damen-Chefin im Deutschen Tennis Bund, rät Kerber zu einer schnellen Entscheidung. „Mit Coach hätte sie die Partie nicht verloren“, analysierte Rittner als Expertin bei Eurosport. Schon im Vorfeld hatte sie Kerber zu einem Nachfolger von Rainer Schüttler geraten, von dem sie sich nach dem Zweitrunden-Aus in Wimbledon getrennt hatte. „So, wie ich Angie kenne, ist sie niemand, der eine längere Zeit alleine sein sollte. Sie ist auf jeden Fall jemand, der Führung braucht“, sagte Rittner, die Kerber seit vielen Jahren kennt. Doch Kerber wies die Kritik umgehend zurück und reagierte trotzig auf die Ratschläge. „Ich lasse mir von niemandem Druck machen. Dass ich verloren habe, liegt nicht daran, dass ich keinen Coach habe.“ dpa

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