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Hockey Um sich für die Sommerspiele 2020 in Tokio zu qualifizieren, müssen sich die DHB-Herren gegen Österreich durchsetzen / DHB-Damen gegen Italien

Nervenspiel um das Olympia-Ticket

Mönchengladbach.Die deutschen Hockey-Asse gehören zu Olympia wie die berühmten Ringe. Doch um das Ziel Tokio 2020 zu erreichen, müssen sie den Umweg über ein Ausscheidungsturnier gehen. Dabei treffen die Herren des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) am Samstag (18.30 Uhr) und Sonntag (16.30 Uhr) in Mönchengladbach in zwei Duellen auf Österreich – und sind ebenso favorisiert wie die Damen, die an gleicher Stelle gegen Italien spielen (Samstag, 16 Uhr/Sonntag, 14 Uhr).

Kann man da eigentlich scheitern? „Kann man schon, machen wir aber nicht“, betonte Herren-Interimsbundestrainer Markus Weise, der Teo Hinrichs vom Mannheimer HC in den deutschen Kader berief. „Normalerweise sollten wir uns gegen die Italienerinnen durchsetzen“, sagte auch Xavier Reckinger überzeugt. Der Damen-Coach setzt unter anderen auf Sonja Zimmermann vom Mannheimer HC.

Die Fakten sind eindeutig: Österreichs Hockey-Herren nahmen letztmals 1952 an Sommerspielen teil, die deutschen Herren waren – mit Ausnahme der Boykottspiele 1980 in Moskau – seit 1952 immer dabei. Und das soll auch so bleiben. Selbst wenn Weise warnend den Zeigefinger hebt. „Österreich ist Hallenhockey-Weltmeister. Gegen die gewinnt man nicht einfach so im Vorübergehen“, erklärte der 56 Jahre alte gebürtige Mannheimer, der mit den DHB-Damen 2004 in Athen sowie mit den -Herren 2008 in Peking und 2012 in London jeweils olympisches Gold gewonnen hat.

Das Problem beim DHB-Flaggschiff: Die „dicken Spiele“, wie es Weise gerne ausdrückt, gingen unter dem im September zurückgetretenen Herren-Coach Stefan Kermas regelmäßig verloren. Es gab nur Blech: vierte Ränge bei der EM 2017 und EM 2019, das Aus im Viertelfinale der WM 2018 und das verpasste Pro-League-Finale 2019.

„Uns hat immer stark gemacht, dass wir die wichtigen Spiele gewonnen haben. Das war zuletzt anders, aber da müssen wir wieder hinkommen“, forderte Weise. Der nach knapp vier Jahren als Konzeptleiter an der DFB-Akademie zum Hockey zurückgekehrte Coach, der nur für die beiden Spiele übernommen hat und anschließend Bundesstützpunktleiter in Hamburg wird, hat seine Asse in Einzelgesprächen starkgeredet. „Österreich ist gut, wir sind besser“, lautete sein Motto. Nur Hochmut kann den Erfolg gegen das Austria-Team, in dessen Kader neun bei Hamburger Clubs aktive Spieler stehen, gefährden. Das hätte fatale Folgen: Die dringend benötigten Fördermittel würden gekürzt. „Wir würden einen kompletten Olympia-Zyklus, also vier Jahre, in der Versenkung verschwinden“, sagte Weise der „Sport Bild“. dpa/and

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