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Fußball Achim Beierlorzer soll den FSV Mainz aus der Krise führen / Seine Philosophie ähnelt der seines Vorgängers Sandro Schwarz

Neuer Trainer, alte Spielidee

Archivartikel

Mainz.In jedem Ende liegt ein neuer Anfang: Das Zitat ist Motto für Achim Beierlorzer, der seit Montag neuer Chefcoach beim FSV Mainz 05 ist. Beim Tabellenvorletzten 1. FC Köln nach 131 Tagen mangels Erfolg entlassen, soll der an diesem Mittwoch 52 Jahre alt werdende Franke jetzt den Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga als Nachfolger von Sandro Schwarz aus der Krise führen. Klammer beim Wechsel von Alaaf zu Helau innerhalb von neun Tagen bildet Beierlorzers letzter Gegner als FC-Coach, die TSG 1899 Hoffenheim. Am Sonntag (18 Uhr/Sky) startet bei eben diesem Gegner sein Mainzer Abenteuer.

„Ich möchte eine gewisse Aufbruchstimmung erzeugen“, sagte der gebürtige Erlanger bei seiner Präsentation. Er setzt auf die üblichen Mechanismen eines Trainerwechsels. „Alle Spieler wollen sich nun zeigen. Es ist ein kleiner Neustart“, vermutet Beierlorzer, der am Dienstag das erste Training am Bruchweg leitete.

Große Verunsicherung

Spätestens am Donnerstag sind auch die letzten Profis von ihren internationalen Reisen zurück und der Kader bis auf die verletzten Jean-Philippe Mateta, Dong-Won Ji und Stefan Bell komplett. Ein paar verbale Streicheleinheiten vom eloquenten Beierlorzer werden nicht reichen, den nach acht Niederlagen aus elf Partien verunsicherten Kader wieder auf Verlässlichkeit in allen Mannschaftsteilen zu trimmen.

Einen zuletzt erfolgslosen (Sandro Schwarz) durch einen anderen Coach (Beierlorzer) zu ersetzen, stößt im aufgeladenen Vereinsumfeld nicht auf allgemeine Zustimmung. Sportvorstand Rouven Schröder, der zwischen 2012 bis 2014 mit dem neuen 05-Coach bei der SpVgg Greuther Fürth arbeitete, drückte seinen einzigen „Prio-1-Kandidaten“ durch. Er lasse sich die Entscheidung nicht kaputtreden.

„Ich habe Achims Weg intensiv verfolgt, er ist total aufgeweckt. Achim hat Autorität, ein klares Auftreten, eine deutliche Ansprache, eine klare Philosophie.“ Schröder begibt sich mit der Personalentscheidung in eine Art Schicksalsgemeinschaft mit Beierlorzer. Scheitert der Franke, dürfte auch der Sportchef in Mainz ganz schnell Geschichte sein.

Als kluger Schachzug von Schröder könnte sich die Integration von Niko Bungert ins Trainerteam neben den weiteren Assistenten Jan-Moritz Lichte und Michael Falkenmayer sowie Torwarttrainer Stephan Kuhnert erweisen. Der Profi im Ruhestand, der eigentlich ein Trainee-Programm bei den 05ern absolviert, ist die Integrationsfigur mit natürlicher Autorität. „Niko ist eine absolute Respektsperson, der auch mal einen anderen Blick auf die Dinge hat“, begründete Schröder seine Wahl. „Ein großer Gewinn für mich und die Mannschaft“, sagte Beierlorzer über seinen neuen Mitstreiter.

An großartig Neues in der Spielidee werden sich die Mainzer Zuschauer nicht gewöhnen müssen. Zu ähnlich sind sich da Schwarz und Beierlorzer. „Aktiv nach vorne verteidigen, eine hohe Laufbereitschaft und hohe Leidenschaft. Dafür stehe ich, diesen Fußball möchte ich spielen lassen, und das ist auch das, wofür Mainz 05 steht“, betonte der Chefcoach, der möglichst schnell in Kontakt mit seinem von ihm sehr geschätzten Vorgänger treten will. Gute Ratschläge kann Beierlorzer auf seinem schweren Weg aus dem Tabellenkeller auch gebrauchen.

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