Sport

Gewichtheben Nach dem EM-Doppelsieg im Zweikampf und im Stoßen atmet der erfolgreiche Obrigheimer nun wieder „Bundesliga-Luft“

Nico Müller bringt goldenen Glanz in die Neckarhalle

Archivartikel

Nico Müller ließ sich von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen, er wollte einfach nur seine Arbeit machen. „Mein Ziel waren sechs gültige Versuche, alles andere würde sich dann ergeben“, beschreibt der Gewichtheber des SV Obrigheim seine Marschroute bei der Europameisterschaft in Bukarest (Rumänien). Die selbst gewählte „Informationssperre“ zahlte sich aus, Müller hievte die von Mal zu Mal schwerer werdenden Lasten zuverlässig wie ein Gabelstapler in die Höhe. Und plötzlich war er Europameister.

Eine Hymne und ein auf Englisch geführtes Interview später dämmerte auch dem inzwischen strahlend dreinblickenden Athleten, dass er gerade den größten Erfolg in seiner Sportlerkarriere erreicht hatte. Gold holte er im Zweikampf und im Stoßen der Gewichtsklasse bis 77 Kilo. Damit hatte der 24-jährige Nico Müller den Sprung in die Weltklasse endgültig geschafft.

Schon kurz danach galt sein Blick schon wieder dem nächsten Wettkampf. „Am Samstag ist Bundesliga, darauf freue ich mich“, sagt der 24-Jährige. Nicht nur er freut sich, auch die Freunde des hiesigen Gewichthebens, die zum letzten Heimkampf des SV Obrigheim gegen den AC St. Ilgen in die Neckarhalle (Beginn am Samstag, 7. April, um 19.30 Uhr) pilgern werden. Dort hat Nico Müller schon dutzende Male gehoben, aber eben noch nie als Europameister. Vereinsführung und Publikum werden ihm einen entsprechenden Empfang bereiten.

Zwei weitere EM-Teilnehmer stehen im Obrigheimer Aufgebot: Matthäus Hofmann, dem als Fünfter im Schwergewicht ein respektables Comeback auf internationalem Parkett gelang, sowie der Spanier Alejandro Gonzalez, der in Müllers Gewichtsklasse Siebter wurde.

Für die Gastgeber ist das Duell gegen St. Ilgen der letzte Test vor dem Endkampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft am 28. April in Samswegen. „Wir gehen mit unserer besten Mannschaft an den Start und wollen zum Rundenabschluss in eigener Halle ein Top-Ergebnis erzielen“, verspricht Teamchef Manuel Noe. rol