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Fußball Auch gegen den Vorletzten FC Schalke 04 verpasst Mainz den ersten Sieg und baut seinen Negativrekord aus

Noch 27 Spiele und das Prinzip Hoffnung

Archivartikel

Mainz.Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist beim Bundesliga-Tabellenletzten FSV Mainz 05 besonders groß. „Wir hatten auf dem Zettel, dass wir das Spiel gewinnen wollen“, sagte Sportvorstand Rouven Schröder nach dem 2:2 (2:1) gegen den Liga-Vorletzten FC Schalke 04 ratlos und frustriert. „Es fühlt sich wie eine Niederlage an.“ Das solle sich nicht zu negativ anhören, sei aber „das ehrliche Gefühl, das man hat“.

Der erste Punktgewinn im siebten Saisonspiel ändert nämlich nichts: Es bleibt der schwächste Bundesliga-Start der Rheinhessen, zuvor standen nach sieben Partien immer mindestens vier Punkte zu Buche. Was bleibt, sind noch 27 Pflichtspiele und die Hoffnung, dass alles besser wird und ein Sieg kommen wird. „Wir müssen uns sagen: Wir sind nahe dran“, sagte Cheftrainer Jan-Moritz Lichte, der als Nachfolger von Achim Beierlorzer seit fünf Spieltagen an der Wende arbeitet.

In der mit großem kämpferischen Einsatz geführten Begegnung gegen die nun seit 23 Partien sieglosen Schalker hatten die Mainzer nicht nur eine gute Chance zu gewinnen, sondern auch Unterstützung von Referee Patrick Ittrich und dem Videoassistenten.

Zweimal sprach der Unparteiische den Gastgebern Elfmeter zu, die Daniel Brosinski (6. Minute) zur Führung und Jean-Pierre Mateta (45.) – dessen Strafstoß die Gäste jedoch für unberechtigt hielten – zum 2:1 verwandelten. Den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte 04-Profi Mark Uth (36.) mit einem Freistoß. „Wir hatten das Phänomen, dass wir uns in Führung liegend etwas zurückgezogen haben und passiv waren“, sagte Schröder. Eher Pech war es, dass Verteidiger Jeremiah St. Juste in der 82. Minute den Ball ins eigene Tor lenkte.

Allerdings hatten die Mainzer zuvor hochkarätige Chancen durch Jonathan Burkhardt (56.) und Mateta (78.) auf 3:1 zu erhöhen. „Wenn wir die Abschlüsse noch konsequenter machen, dann ist das Spiel auf unserer Seite“, meinte Lichte. „Daran müssen wir arbeiten und daran glauben, dass wir in den nächsten Spielen, wenn wir solche Situationen haben, sie gnadenloser gestalten.“

Auf die Frage, ob das nur Durchhalteparolen seien, reagierte der 40 Jahre alte Coach sichtlich angefressen. „Ich kann nur das sagen, was ich sehe. Und ich sehe, dass wir die Chancen hatten und sie nicht genutzt haben“, sagte Lichte. „Das hat nichts mit Durchhalteparolen zu tun, das ist meine klare Analyse nach dem Spiel.“ Nach der Länderspielpause soll nun beim SC Freiburg der erste Sieg gelingen. „Man muss sich durch einen Dreier das Selbstbewusstsein holen“, lautete der ebenfalls nicht allzu einfallsreiche Appell von Sportchef Schröder. „Wir werden die Chancen auch wieder nutzen. Da müssen wir durch“, fügte er an. „Alles ist sehr schleppend, Corona und unsere Situation. Den Glauben dürfen wir nicht verlieren. Wir haben zwei Punkte zu wenig. Das Positive ist der erste Punkt.“

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