Sport

Fußball Grünen-Politiker kritisiert Kommerzialisierung

Özdemir hält Gehälter für zu hoch

Archivartikel

Mannheim.Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hält eine Begrenzung der Spielergehälter im Profifußball für sinnvoll. „Bei solch astronomischen Summen wie im Moment stellt sich einfach die Gerechtigkeitsfrage“, sagte der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete dieser Redaktion. „Mittlerweile ist da vieles außer Rand und Band. Das tut dem Fußball auf Dauer nicht gut“, ergänzte er.

Özdemir wurde von der Deutschen Fußball Liga (DFL) in die „Taskforce Zukunft Profifußball“ berufen. DFL-Angaben zufolge besteht diese aus 35 Experten aus Sport, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Ziel der Kommission ist es, sich mit den Themen Wettbewerbsbalance, Zahlungsströme, gesellschaftliche Verankerung, Ethik-Richtlinien, Fan-Interessen, wirtschaftliche Stabilität und Förderung von Frauenfußball auseinanderzusetzen. Die Ergebnisse sollen dann mit den Clubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga beraten werden.

Problem der Entfremdung

Özdemir sieht einen deutlichen Reformbedarf im Profifußball, das habe auch die Corona-Krise gezeigt. „Symbolisch wurden jetzt die Spielergehälter gesenkt, aber das ist alles kein Dauerzustand“, betonte er. Es gehe darum, etwas der „Entfremdung von Teilen der Fans durch fortschreitende Kommerzialisierung“ entgegenzuhalten. Gleichzeitig müssten die deutschen Vereine aber in Europa konkurrenzfähig sein.

Dem Statistikportal „Statista“ zufolge haben Spieler beim FC Bayern München in der abgelaufenen Saison im Durchschnitt knapp sieben Millionen Euro pro Jahr verdient, am wenigsten bekamen die Profis aus Paderborn mit etwa 361 000 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Bundeskanzlerin Angela Merkel verdient knapp 300 000 Euro im Jahr, der Durchschnittsverdienst der Deutschen lag 2018 bei etwas mehr als 45 000 Euro jährlich. 

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