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Passende Drohkulisse

Archivartikel

Ein Bundesliga-Ausstieg der Bayern mag (vorerst) vom Tisch zu sein, aber die Diskussion um eine europäische Superliga lenkt den Blick wieder einmal auf eine ganz andere, bereits bekannte Dimension. Schließlich manifestieren sich in diesen Gedankengängen vor allem die Interessen der europäischen Spitzenclubs und die des europäischen Fußball-Verbands Uefa als Veranstalter der Champions League. Was beide eint, ist der Wunsch nach Gewinnmaximierung – der Weg dorthin ist dagegen mehr als umstritten.

Während die Uefa in den vergangenen Jahren den ehemaligen Landesmeister-Pokal immer weiter aufgeweicht und aufgebläht hat, um so viele Verbände wie möglich zum Zug kommen zu lassen, ist für die Top-Clubs natürlich ein kleines, geschlossenes System attraktiver. Das hätte endlich wieder den Namen Champions League verdient und die Belastung wäre entsprechend geringer.

Dass deshalb Gutachten über einen möglichen Ausstieg aus dem Uefa-Rahmen und die Umsetzung eines eigenen Wettbewerbs in Auftrag gegeben werden, ist die passende Drohkulisse im Verteilungskampf um das große Geld, die parallel schon von den führenden europäischen Handball-Clubs aufgebaut wurde. Am Ende stand aber auch hier immer ein Kompromiss.