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Biathlon Denise Herrmann schrammt am WM-Podest vorbei

Patzer am Schießstand kosten erneut die Medaille

Antholz.Das Bangen um die Bronzemedaille war für Denise Herrmann wie ein „Horrorfilm. Man weiß gar nicht, ob man das sehen will oder nicht“, sagte die 31-Jährige, nachdem sie auf dem Handy und der großen Stadionleinwand angespannt mitverfolgte, ob ihr noch eine Konkurrentin den dritten Platz im WM-Sprint von Antholz entreißt. Und am Ende war es so: Weil die zu den großen Favoritinnen zählende Verfolgungsweltmeisterin gleich drei Fehler schoss, reichte es am Freitag über die 7,5 Kilometer im italienischen Biathlon-Mekka trotz der überragenden Laufbestzeit nur zu Platz fünf.

„Wenn ich normal schießen würde, hätte ich ganz vorne gestanden“, sagte Herrmann enttäuscht, nachdem sie schon tags zuvor bei Platz vier in der Mixed-Staffel mit einer Strafrunde am Schießstand gepatzt hatte – und übte sich vor dem Jagdrennen am Sonntag (13 Uhr) in Galgenhumor: „Ob viermal Schießen wirklich besser ist?“

Franziska Preuß auf Rang acht

Am Ende hatte Herrmann nur 30,5 Sekunden Rückstand auf die siegreiche Norwegerin Marte Olsbu Röiseland (1 Fehler), die nach der Mixed-Staffel bereits ihren zweiten WM-Titel bejubelte. Nur ein Fehler weniger und Herrmann hätte locker die beiden überraschend auf dem Podium stehenden Susan Dunklee (USA) und Lucie Charvatova (Tschechien) ausgestochen. Bei einer Strafrunde wäre es Gold gewesen. „Es ist bitter, wenn man so knapp vorbeischrammt an den Medaillen“, sagte Herrmann, die läuferisch in Topform ist. Doch sie reagierte zu wenig auf den immer wieder auffrischenden Wind. „Ich hoffe, dass der Tag kommt, wo das auch beim Schießen funktioniert. Auf mein Laufen kann ich mich verlassen.“ Mit Klagen hielt sich Herrmann nicht lange auf, sondern blickte bereits angriffslustig auf die Verfolgung. „Die Ausgangsposition ist gut und es gibt etwas zu verteidigen. Ich weiß, dass ich in einer richtig guten Form bin.“

Auf dem Podium hätte auch Franziska Preuß (2 Fehler/40,8 Sekunden zurück) stehen können, doch ein Fehler zu viel kostete sie eine Medaille – sie wurde gute Achte. „Ich ärgere mich schon richtig, wenn man die Ergebnislisten sieht“, sagte die 25-Jährige. In der Südtirol-Arena geht es am Samstag (14.45 Uhr/ZDF) mit dem Männersprint weiter. Da gehört Ex-Weltmeister Benedikt Doll zum Favoritenkreis. dpa

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