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Basketball Dirk Nowitzki erfüllt sich den Traum vom Nichtstun / Zukunft weiter völlig offen

Pizza schon zum Frühstück

Archivartikel

Frankfurt.Für Dirk Nowitzki erfüllt sich gerade ein weiterer kleiner Traum. Nach zwei Jahrzehnten voller Entbehrungen und knallharter Disziplin als Profisportler lässt sich der 41 Jahre alte Ex-Basketball-Star mal so richtig gehen: Eis und Pizza zum Frühstück, kein Training, keine Regeln. „Ich habe jetzt sechs Monate nix gemacht. Es hat mir die Motivation gefehlt, die Inspiration. Den Plan, ein halbes Jahr nix zu machen, den gab es schon lange. Das war superschön, das habe ich mir erfüllt“, sagte Nowitzki im Rahmen seiner Buchvorstellung „The Great Nowitzki“ in Frankfurt.

Ziemlich genau ein halbes Jahr ist sein bewegender Abschied nach 21 Profisaisons bei den Dallas Mavericks nun her. Nowitzki, seine Frau Jessica und die drei Kinder leben weiter in Texas, für seine Buchpräsentation kommt der erfolgreichste deutsche Basketballer extra nach Deutschland. Nowitzki erbat sich ein Jahr Pause und etwas Abstand, erst im Anschluss daran werde er sich richtige Gedanken über die Karriere nach der Karriere machen.

„Ich habe natürlich gesagt, wir können uns gerne mit den Mavericks zusammensetzen. Die wissen aber auch, dass ich erstmal Abstand gewinnen will. Mein Herz schlägt nach wie vor für die Mavs, da ist aber noch gar nichts konkret“, sagte Nowitzki, der entspannt und ausgeglichen wirkt. Der Leistungssport, den er wegen einer hartnäckigen Fußverletzung nicht auch noch in einem 22. Profijahr für den Verein ausüben kann, scheint ihm derzeit noch nicht zu fehlen. Bei seinem Heimattrip, bei dem ihm breite Begeisterung und Anerkennung entgegenschlägt, überraschte der Würzburger gar mit einer neuen Idee: „Ich bin sehr interessiert, in der Business-Welt etwas zu lernen. Mal sehen, ob da überhaupt etwas für mich dabei ist.“

Von Zuneigung berührt

Als Nowitzki und Autor Thomas Pletzinger das Buch am Donnerstagabend vorstellen, ist das Frankfurter Festspiel bis auf den letzten Platz gefüllt. Standing Ovations, als Nowitzki die Bühne betritt. Standing Ovations, als Nowitzki die Bühne verlässt. In den kurzweiligen eineinhalb Stunden scherzt Nowitzki in einer Tour, er erzählt launige Anekdoten aus seiner Karriere. Zum Beispiel, wie er Pletzinger bei einer gemeinsamen Autofahrt habe seinen Wagen tanken lassen, damit es schneller gehe.

Von seiner Bedeutung für andere Menschen ist Nowitzki auch nach über zwei Jahrzehnten noch immer überrascht. „Das ist schon ein komisches Gefühl, so viel Liebe entgegen gestreckt zu bekommen“, sagte er. Erst in der vergangenen Woche habe er sich ein paar Dokus zu seinem Abschied angesehen. „Da waren Frauen und ältere Männer, die geweint haben, weil ich mit Basketball aufhöre – das war für mich natürlich schon auch bewegend und berührend“, sagte Nowitzki.

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