Sport

Biathlon Deutsches Team sucht Olympia-Form

Platz 48 – Dahlmeier wirkt ratlos

Ruhpolding.Laura Dahlmeier nahm ihr schlechtestes Karriere-Ergebnis mit Galgenhumor. „Super. Ich bin so zufrieden. Es war so ein schönes Rennen. Und das tolle Schießergebnis. Grandios“, sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres nach Platz 48 im Weltcup-Einzel in Ruhpolding. Die siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin wirkte nach dem enttäuschenden Resultat nur vier Wochen vor Olympia in Pyeongchang ratlos.

3:58,1 Minuten Rückstand hatte die 24-Jährige nach den 15 Kilometern auf die fehlerfreie Siegerin Dorothea Wierer aus Italien. Die Finnin Kaisa Mäkäräinen (1) sicherte sich gestern vor Rosanna Crawford (0) aus Kanada den zweiten Platz. Beste Deutsche im letzten Klassiker vor den Olympischen Spielen in Pyeongchang wurde Maren Hammerschmidt (2 Fehler) auf Rang 15. „Mit dem Ergebnis beste Deutsche zu sein, das ist nicht so schön, wie es sich anhört“, sagte sie. Franziska Hildebrand (3) schaffte es auf Rang 17, Vanessa Hinz (3) auf Rang 31, Franziska Preuß (3) auf 32 und Denise Herrmann (5) auf Platz 40.

Bundestrainer redet Klartext

„So darf man sich nicht verkaufen“, sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig und kündigte nach der Schlappe ein ernstes Gespräch mit seinen Skijägerinnen an. „Da müssen wir mal länger drüber reden.“ Franziska Hildebrand, die Älteste im Team, meinte: „Der Heimvorteil war heute eher ein Nachteil.“

30 Tage vor dem ersten Biathlon-Rennen mit dem Sprint bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea haben die Skijägerinnen noch viel Arbeit vor sich. In Ruhpolding stehen nun noch zwei Rennen an – am Samstag die Staffel und am Sonntag der Massenstart. „Jetzt müssen wir liefern, müssen uns rehabilitieren“, sagte Hönig.

Auch Dahlmeier ist nun gefordert. Nach zwei krankheitsbedingten Ausfällen im Dezember zeigte Deutschlands Sportlerin des Jahres vor 13 000 Zuschauern ungewohnte Schwächen, kassierte gleich vier Strafminuten. „Ich weiß nicht, woran es lag“, rätselte die 24-Jährige. „Das ist die spannende Frage.“

Die Seriensiegerin der vergangenen Saison kassierte beim dritten Auftritt am Schießstand gleich drei Strafminuten. „Es hat wirklich ausgeschaut, als ob es ein richtig gutes Rennen wird. Ich hab’ mich auch am Schießstand sicher gefühlt, dann kam der erste Fehler und ich hab’ nicht genau gewusst, was das Problem ist“, sagte die Skijägerin. dpa