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Fußball Königspersonalie der Münchner wird heiß diskutiert / Auch Marc Roca (Espanyol Barcelona) oder Hakim Ziyech (Ajax Amsterdam) mögliche Zugänge

„Pokerface“ Goretzka schweigt zu Kumpel Sané

Rottach-Egern.Leon Goretzka lächelte, als er im Trainingslager am Tegernsee über Leroy Sané plauderte. „Das ist mein Pokerface“, sagte der gut aufgelegte Bayern-Star auf die Frage, ob sein Grinsen als positives Zeichen für einen Transfer des Münchner Wunschspielers zu werten sei. Natürlich schreibe er wie auch schon in der fünften Schulklasse Nachrichten mit seinem „alten Freund“, führte der 24-Jährige aus, „aber ich bitte um Verständnis, dass ich da keine WhatsApp-Verläufe preisgeben werde“.

Die Königspersonalie hat der FC Bayern auch mit in die Idylle nach Rottach-Egern mitgenommen, wo am Mittwoch geheim trainiert wurde. Bis zum Samstag bringt sich der deutsche Fußball-Rekordmeister unweit des Wohnorts von Präsident Uli Hoeneß für das Erstrundenspiel im DFB-Pokal in Cottbus und den nahenden Liga-Start gegen Hertha BSC in Schwung. Abseits der schweißtreibenden Einheiten basteln die Münchner Verantwortlichen weiter am Kader. Ratschläge von Stars gibt’s inklusive.

„Ich denke, dass wir noch drei neue Spieler brauchen“, sagte Robert Lewandowski in der „Sport Bild“. Sané allein würde dem Torschützenkönig als Sommerzugang Nummer vier nicht reichen. Kapitän Manuel Neuer wünscht sich offen formuliert eine konkurrenzfähige Mannschaft, „die Champions-League-Sieger werden kann“.

Der 23-jährige Sané bleibt der wichtigste Punkt im Kaderumbau des Rekordmeisters. Gehandelt wurden auch schon Spaniens U-21-Europameister Marc Roca (Espanyol Barcelona) oder Hakim Ziyech (Ajax Amsterdam) als mögliche Zugänge. Die zuletzt abgekühlte Spekulation um Timo Werner (Leipzig) könnte auch wieder Thema werden.

Eine Prestigesache

Der angestrebte Vollzug des Mega-Millionen-Deals mit Sané und Manchester City steht aus. Der Pep-Guardiola-Club auf der Insel muss sich aber beeilen, wenn er den Fall eines Sané-Abgangs mit einem neuen Spieler ausgleichen will. Am Donnerstag schließt das Transferfenster der Premier League. Nur Verkäufe sind danach noch möglich. Nicht erst seit dem verlorenen Poker um Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea ist der Ausgang in der komplizierten Sané-Personalie auch eine Prestigesache für den FC Bayern.

Die Sané-Thematik lenkt die Stars im bayerischen Vorzeige-Urlaubsort aber nicht von der Arbeit ab. „Man hat da als Spieler nur einen geringen Einfluss. Dementsprechend macht es wenig Sinn, da Energie zu verschwenden“, sagte Goretzka und gab sich „tiefenentspannt“. Seine Worte zu Sané wollte er in keine Richtung interpretiert wissen. Nationalmannschaftskollege Niklas Süle scherzte bei Nachfragen zur von Man City immer noch geheimgehaltenen Sanè-Verletzung trocken. „Ich bin nicht sein Pressesprecher.“

Zumindest die Warterei auf das erste Training vom 80-Millionen-Euro teuren Rekordzugang Lucas Hernández hatte ein Ende. Der französische Weltmeister hinterließ einen guten Eindruck. „Er ist jemand, der uns auf Anhieb weiterhelfen kann, gute Laune versprüht und hungrig ist“, sagte Goretzka. Bislang haben die Münchner neben Hernández (Atlético Madrid) Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) und Fiete Arp (Hamburger SV) verpflichtet. Lewandowski arbeitete den Inhalt seiner Forderungen Sané plus zwei heraus: Einen weiteren Flügelspieler und „einen Sechser oder offensiven Spieler für das Zentrum“. dpa

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