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Fußball Drei Tore von Ronaldo beim 3:1 gegen die Schweiz

Portugal feiert die Rückkehr des Königs

Archivartikel

Porto.Cristiano Ronaldo zwinkerte, hob kurz den Daumen und verschwand. Reden wollte Portugals Superstar nach seiner erneuten Glanzvorstellung wie üblich nicht. Selbst in der für den Spieler des Spiels obligatorischen Pressekonferenz war er nach seinem Dreierpack beim 3:1 (1:0) im Halbfinale der Nations League gegen die Schweiz nicht erschienen. Die Worte wählten stattdessen mal wieder die anderen. „Er ist einer der Besten in der Welt. Er ist einfach nicht zu stoppen“, sagte der Schweizer Champions-League-Sieger Xherdan Shaqiri vom FC Liverpool. Ronaldos Trainer Fernando Santos schwärmte davon, ein „Fußball-Genie“ in seinem Team zu haben.

Dass dem nur schwer zu widersprechen ist, unterstreicht die Statistik: Die drei Treffer gegen die Schweiz markierten Ronaldos 53. Dreierpack in seiner Karriere. Während seiner Länderspielkarriere hat Ronaldo nun gegen 38 verschiedene Nationen getroffen. Für Portugal war es sein sechster Dreierpack und insgesamt waren es seine Tore 86, 87 und 88 im 157. Länderspiel. Die Sportzeitung „Record“ betitelte am Donnerstag ein großes Foto eines jubelnden Ronaldos auf ihrer Frontseite mit den Worten „Unbezahlbar“ und „Portugal verdankt ihm eine weitere Traum-Nacht“. Die Sportzeitung „A Bola“ schrieb: „König Cristo“.

„Correio da manha“ bezeichnete die Ronaldo-Gala gar als „Rückkehr des Königs“. Denn der 34-Jährige machte gegen die Schweiz erst sein drittes Länderspiel in diesem Jahr, nachdem er in der Vorrunde der Nations League noch pausiert hatte.

Auch sein Stil und sein Auftreten haben sich auf dem Platz verändert. Der Angreifer von Juventus Turin prägt das Spiel seiner Mannschaft nicht mehr über 90 Minuten, aber in den entscheidenden Momenten. Gegen starke Schweizer deutete lange nichts darauf hin, dass die Portugiesen die Partie in der regulären Spielzeit noch gewinnen würden. Aber dann schlug Ronaldo zu. Wie aus dem Nichts.

Dabei hätte dieses Genie durchaus auch Grund genug haben können, um zumindest etwas abgelenkt zu sein. Denn die Klage einer US-Amerikanerin, die Ronaldo eine Vergewaltigung im Jahr 2009 vorwirft, hat weiter Bestand. Zwischenzeitliche Berichte, wonach die Frau die Klage zurückgenommen habe, dementierten ihre Anwälte. dpa