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Tennis Europa verteidigt den Laver Cup in Chicago

Prestigesieg dank Zverev

Archivartikel

Chicago.Nach dem verlorenen ersten Satz schmiss Alexander Zverev noch frustriert den Schläger. Erst nachdem sein großes Idol und Teamkollege Roger Federer auf ihn eingeredet hatte, sorgte Deutschlands bester Tennisspieler beim Laver Cup in Chicago für den entscheidenden Punkt im Kontinentalvergleich. „Bleib einfach ruhig“, riet Federer dem 16 Jahre jüngeren Hamburger beim Seitenwechsel und übernahm kurzerhand die Rolle von Teamkapitän Björn Borg: „Lass dich von Björn inspirieren, seiner Ruhe. Er ist relaxt. Bleib positiv.“

Der Weltranglisten-Fünfte Zverev drehte seine Partie gegen den Wimbledon-Finalisten Kevin Anderson, dank des 6:7 (3:7), 7:5, 10:7 gegen den Südafrikaner führte der 21-Jährige das Team Europa gegen die Weltauswahl zur Titelverteidigung. 13:8 hieß es am Ende. Der Laver Cup ist ein Show-Wettbewerb, es sind keine Weltranglistenpunkte im Spiel, und es ist bei weitem nicht so viel Prestige zu gewinnen wie auf der etablierten Tennis-Tour. Dennoch nehmen die sonst für sich selbst spielenden Profis die Veranstaltung in der ungewöhnlichen Team-Konstellation ernst.

Zverev ließ sich nach dem Sieg auf den Boden plumpsen, seine Teamkollegen um Federer, Novak Djokovic und Grigor Dimitrow stürmten auf ihn zu und warfen sich auf ihn. „Es hat sich ziemlich gut angefühlt, bis ich etwa 600 Kilo Gewicht auf mir hatte“, scherzte Zverev. „Ich habe nur gedacht: „Geht zur Hölle runter von mir.“ dpa