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Boxen Pfälzer kandidiert bei AIBA-Präsidentenwahl

Ramie Al-Masri will Verband aufräumen

Archivartikel

Mannheim.Wird Ramie Al-Masri aus Kaiserslautern neuer Präsident des Weltverbands der Amateurboxer (AIBA)? Am Dienstag hat der 49-jährige Chef des Box-Landesverbands Südwest seinen Hut in den Ring geworfen. Beim Online-Wahlkongress am 12. und 13. Dezember konkurriert er mit fünf internationalen Kandidaten. Der promovierte Informatiker, ein gebürtiger Lauterer palästinensischer Abstammung, rechnet sich Chancen aus, weil er als „sauber“ gilt, also keinerlei Verbindungen zur früheren Führungsriege der krisengeschüttelten AIBA aufweist.

Tiefpunkt des Absturzes: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die AIBA im Mai 2019 bis auf Weiteres suspendiert. Selbst die Vorbereitung und Durchführung des olympischen Boxturniers der coronabedingt inzwischen für 2021 geplanten Spiele von Tokio hat das IOC dem Weltverband entzogen und vorerst unter Eigenregie gestellt.

Auch van der Vorst mit Chancen

Als Gründe gelten Defizite bei Verbandsführung, Finanzen, Anti-Doping und Kampfrichterwesen. Bevor eingefrorene Zahlungen für die beiden jüngsten Olympischen Spiele in London und Rio an die AIBA fließen, fordert das IOC um den Deutschen Thomas Bach Reformen und einen unbelasteten Neuanfang.

Der selbstständige IT-Unternehmer und Boxkampfrichter Al-Masri, der sechs Sprachen beherrscht, spricht von „folgenschweren Fehlern“ der alten AIBA-Führung und will aufräumen: Es gelte, „das Verhältnis zum IOC und zu den internationalen Partnern so zu verbessern, dass die AIBA wieder als Dachverband der Boxer weltweit anerkannt werden kann“, sagt Al-Masri im Gespräch mit dieser Redaktion. „Ich kann mir als Vorteil auf die Fahnen schreiben, dass ich mit der bisherigen Führung nicht im Zusammenhang stehe“, erklärt der frühere Südwestmeister.

Diese Bedingung des IOC, dass „alte Seilschaften“ nicht akzeptabel seien, gelten als Problem für mehrere Mitbewerber, die dem AIBA-Exekutivkomitee um den international umstrittenen und 2019 zurückgetretenen Präsidenten Gafur Rakhimov (Usbekistan) angehört hatten, nämlich Umar Kremlev (Russland), Anas Al Otaiba (Vereinigte Arabische Emirate), Suleyman Mikayilov (Aserbaidschan) und Domingo Solano (Dominikanische Republik). Im Gegensatz zu ihnen gilt neben Al-Masri auch der Niederländer Boris van der Vorst als aussichtsreich, weil nicht vorbelastet.

Al-Masri, der von 1986 bis 2000 für den 1. FC Kaiserslautern mehrfach Landesmeister war, sieht sich auch deshalb im Vorteil, weil er geschäftlich AIBA-Datenbank und Turniersoftware entwickelt und dabei Kontakte zu nationalen Verbänden geknüpft habe.

Uwe Hamann, Präsident von Al-Masris Nachbarverband Baden-Württemberg, sieht „keinen besseren Kandidaten“ als den Chefkampfrichter mit internationaler Lizenz aus Kaiserslautern: „Der AIBA könnte nichts Besseres passieren, auch weil Ramie schon immer für sauberen Sport steht.“ 

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