Sport

Tennis Haas erntet in Berlin viel Lob

Respekt vor dem Rentner

Archivartikel

Berlin.Für das kleine Finale fehlte Tommy Haas die Kraft, doch was für ein Zugpferd der 42 Jahre alte Tennis-Ruheständler immer noch ist, bewies er eindrucksvoll bei den Einladungsturnieren in Berlin. Schon vor der mehr als achtbaren Halbfinalniederlage gegen den Weltranglistendritten Dominic Thiem auf dem früheren Flughafen Tempelhof machte Haas die kurzfristige Absage von Alexander Zverev für die Tennis-Woche in der Hauptstadt längst vergessen.

„Hut ab, Tommy war mit Sicherheit das I-Tüpfelchen auf der Veranstaltung“, sagte Turnierdirektorin Barbara Rittner am Sonntag, bevor der Österreicher Thiem mit 6:4, 6:2 gegen Talent Jannik Sinner aus Italien auch die zweite Veranstaltung gewann. Die deutsche Damentennis-Chefin bewunderte die immer noch enorme Fitness des vor drei Jahren zurückgetretenen einstigen Weltranglistenzweiten, der allerdings für das Spiel um Platz drei wegen einer Wadenverletzung passen musste. „Mein Respekt vor Tommy ist eh riesengroß, und der ist von Tag zu Tag gewachsen“, sagte Rittner dennoch.

Thiem gewinnt

„Sobald es über eine Stunde geht, kann ich körperlich nicht mehr das rausholen, was ich möchte“, gestand Haas am Samstag nach dem 6:7 (4:7), 3:6 gegen Thiem, der zwei Satzbälle des Seniors im ersten Durchgang abwehren musste. „Ich spiele gern Tennis, ich lebe diesen Sport“, sagte Haas. Ein viertes Match binnen einer Woche in Berlin war dann aber selbst für ihn inzwischen zu viel.

Auch Turnierdirektor Edwin Weindorfer schwärmte von einer unglaublichen Leistung, die Haas im Steffi-Graf-Stadion und im Hangar 6 des einstigen Airports erbracht habe. „Das haben wir uns alle nicht erwartet. Körperlich ist er jetzt durch für eine Woche, glaube ich“, sagte der Österreicher am Sonntag und lachte.

Der seit Jahrzehnten in den USA lebende Haas könnte künftig wieder mehr Zeit in Deutschland verbringen, wie er in einem Interview der „Bild“-Zeitung andeutete. Der seit Jahren in Los Angeles ansässige Vater zweier Töchter erklärte: „Ich würde es bevorzugen, wenn sie mal sechs Monate oder ein Jahr in Deutschland zur Schule gehen, Deutsch schreiben und lesen, die Kultur mitbekommen.“ Seine Schwester und seine Eltern leben in der Nähe von München. dpa

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